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Baden-Württemberg: Hauk fordert Jagdzeiten für mehr Arten

Kormorane sorgen für hohe Verluste bei Fischbesätzen.


Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) hat ein Umdenken im Naturschutz gefordert. „Wir müssen uns vom Käseglocken-Naturschutz verabschieden. Naturschutz heißt nicht nur bewahren, sondern auch managen“, so Hauk in der „Welt am Sonntag“. Seine Forderung bezieht sich auf streng geschützte Arten wie Biber oder Wolf.

Weil Natur sich dynamisch entwickle, fordert er dies auch von Management-Konzepten. Diese sollen kontinuierlich an Entwicklungen in der Natur angepasst werden. Statische Verbote und Ausnahmeregelungen seien keine dauerhafte Lösung. So habe sich zum Beispiel der Kormoran so stark vermehrt, dass er heimische Fischarten gefährde. Auch die Bestände der Saatkrähe hätten sich durch einen strengen Schutzstatus regional gut erholt und erzeugten Probleme. Daher brauche man Jagdzeiten für diese Vogelarten, so Hauk. Wer sich für den Schutz bedrohter Arten einsetze und glaubhaft bleiben wolle, müsse sich auch um die Probleme kümmern, die durch anwachsende Bestände entstünden.

Flexibilität muss noch bewiesen werden

Damit treffen seine Forderungen genau den Kern des 2014 von Grünen und SPD verabschiedeten Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes (JWMG). Denn es teilt Wild in drei Managementstufen ein (Nutzungs- ,Entwicklungs- und Schutzmanagement). Die Einstufung, beziehungsweise Neuaufnahme von Arten soll sich dabei an aktuellen Erkenntnissen orientieren. Nun wird sich zeigen, ob die von Grün-Rot versprochene Flexibilität keine Einbahnstraße ist. Peter Bußmann/SBA