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Aussichtsloser Kampf

Erst als das Drama vorbei war wurde das gesamte Ausmaß der erlittenen Verletzungen deutlich. Foto: Gert Mensing © Gert Mensing

Erst als das Drama vorbei war wurde das gesamte Ausmaß der erlittenen Verletzungen deutlich. Foto: Gert Mensing


Aus der Nähe von Nettelrede (Landkreis Hameln-Pyrmont) ging am Samstag kurz vor 12 Uhr ein Notruf bei der Freiwilligen Feuerwehr ein. Zwei Jogger hatten ein Stück Rotwild gefunden, welches sich in einem Kulturzaun verfangen hatte. Die alamierten Rettungskräfte stellten nach ihrem Eintreffen schnell fest, dass sie dem Tier nicht helfen konnten. Trotz seiner Schwächung ließ es die Männer nicht an sich ran. „Der Versuch den Hirsch vom Draht zu befreien hätte ein enormes Verletzungsrisiko geborgen“, so Augenzeuge und Lokalreporter Gert Mensing gegenüber der Redaktion von jagderleben.
Die Leitstelle versuchte daraufhin einen Tierarzt zu erreichen, der den Geweihten betäubt. Aufgrund des Wochenendes gestaltete sich dies allerdings als schwierig. Letztendlich tat sich dann am anderen Ende des Landkreises einer auf, der bereit war zu kommen - allerdings ohne Betäubungsgewehr. Während ihrer intensiven Nachforschungen informierte die Wehr – eher zufällig – auch den zuständigen Revierinhaber Rainer Klockemann. Dieser rückte sofort aus und erlöste den ungeraden 14-Ender. Zuvor hatte er Rücksprache mit dem zuständigen Rotwildring gehalten. Vom Notruf bis zum Fangschuss waren fast eineinhalb Stunden vergangen.

Die Floriansjünger halfen dem Pächter anschließend beim Freischneiden, auch wenn sie den mit Blutergüssen und Abschürfungen übersäten Paarhufer lieber gerettet hätten. Der Tierarzt, der zehn Minuten später eintraf, zeigte für das Vorgehen des Waidmanns allerdings gar kein Verständnis. Er denkt laut Reporter Mensing über juristische Schritte nach. Welche rechtlichen Grundlage es dafür geben sollte, fragt sich Klockemann. Für ihn zählte einzig der Tierschutzgedanke. Außerdem können sich Mensing sowie Klockemann nicht vorstellen, wie der Veterinär ohne Betäubungsgewehr hätte vorgehen wollen. RW