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Ausnahmeregel: Storch auf der Abschussliste?

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Donnerstag, 23.06.2011 - 02:07
Foto: JMB © JMB
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Die steirischen Regierungsparteien SPÖ, ÖVP und FPÖ haben beschlossen, dass auch geschützte Vogelarten unter bestimmten Umständen zum Abschuss frei gegeben werden können. Diese Eilverordnung hat der steirische Landtag am Dienstag verabschiedet. Tierschützer argwöhnen, dass es damit in Zukunft unter anderem auch Weißstörche treffen könnte. Hintergrund: Diese stellen ein Sicherheitsrisiko bei der Flugshow „Airpower“ dar, die am 1. und 2. Juli auf dem Flughafen von Zeltweg stattfinden soll.
Neben den Grünen zeigen sich auch Tierschutzverbände empört: „Ein solcher Kniefall vor der Wirtschaft müsse man zumindest zuvor öffentlich diskutieren“, heißt es in Presseberichten.
Anlass für die Legalisierung zur Tötung geschützter Arten war laut Regierung jedoch etwas ganz anderes: Die Krähenplage in der Steiermark. Rund 35.000 Rabenvögel (darunter Krähen, Elstern und Eichelhäher) wurden zum Abschuss freigegeben „damit man nicht 20.000 Einzelbescheide ausstellen müsse“, hat man sich für diese Novellierung entschieden, so der FPÖ-Landesrat Gerhard Kurzmann. Die Regierung nennt das „letale Vergrämung“. Die Novelle soll jedoch erst im Herbst in Kraft treten.
Zur Rettung der Flugschow wurde denn auch zu einem anderen Mittel gegriffen: Soldaten. Um etwa 30 Weißstörche rund um das „Airpower“-Gelände zu vergrämen werden aktuell das österrechische Bundesheer, sowie einer der führenden steirischen Tierexperten, Siegfried Prinz vom Naturschutzzentrum Bruck, eingesetzt.
Offiziere und Grundwehrdiener wurden für diesen Einsatz besonders geschult: „Sie sollen kerzengerade auf die sich niederlassenen Vögel zu gehen und sie dann mit starrem Blick anvisieren. Vom Blick her sei der Mensch wie ein Raubtier“, berichtet Prinz der österreichischen Zeitung „Krone“.
Die Theorie des Tierschutzexperten scheint aufzugehen, denn zumindest wurden die Vögel bis dato durch das zähe Durchhalten der Soldaten von den Start- und Landebahnen fern gehalten. BS