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Ausgewachsene Kuh neben Haus gerissen – Wolfsriss?

Fokko Kleihauer © Fokko Kleihauer
Fokko Kleihauer
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Freitag, 28.05.2021 - 08:21
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Um die 800 Kilo wog die gerissene Holstein-Kuh laut Landwirt Johannes Hempen (Symbolbild).

Im Emsland ( Niedersachsen) hat Landwirt Johannes Hempen am Mittwoch eine seiner Mutterkühe tot aufgefunden. Das rund 800 kg schwere Holstein-Rind wies Kratzspuren am Maul auf. Rund 30 kg Fleisch fehlten der Kuh aus der Keule, herausgerissen vom noch nicht identifizierten Raubtier. Ein Wolfsriss ist wahrscheinlich, aber noch nicht bestätigt. Der zuständige Wolfsberater Björn Wicks wartet auf eine Bewertung des Risses durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN). In den vergangenen Wochen habe es aber immer wieder Wolfssichtungen in der Region um die Orte Renkenberge und Wippingen gegeben, sagte Wicks gegenüber der NOZ.

Sorge um die Kinder

Beunruhigend für Johannes Hempen und seine Frau ist die Lage des Tatorts: Dieser liegt nur wenige Meter von ihrem Wohnhaus entfernt. Keine 20 Meter sind es bis zum Grundstück. Die zwei- und vierjährigen Kinder spielen regelmäßig im Garten. Ob das noch sicher ist, treibt Kathrin Hempe, die Mutter der beiden an. „Kann ich das jetzt noch ruhigen Gewissens machen?“ zitiert die NOZ Hempen.

Bisher drei Wolfsangriffe in 2021

Im Emsland griff der Wolf in diesem Jahr bisher dreimal zu. Insgesamt 38 Schafe starben bei den Attacken. Am 27. Februar 2021 riss ein Wolf in Niederlangen drei Schafe. Der Ort liegt rund 15 Kilometer vom Fundort von Hempens Kuh entfernt. Aktuell beschäftigt auch ein Fall ein Dorf weiter vom 21. Mai 2021 die Wolfsberater: Ein Pferd wurde verletzt aufgefunden. Ob es der Wolf war, ist noch unklar. Falls der Wolf als verantwortlicher für den Tod von Hempes Kuh ermittelt werden kann, wäre es der erste Riss eines Großviehs im Landkreis Emsland.

Täglich Wölfe unterwegs

Wölfe sehe er täglich, sagte Hempen der NOZ. Vor wenigen Tagen hätten Sie ihn begleitet, als er mit dem Trecker auf einem Feld unterwegs war. Sein Hof liegt zwischen einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr und dem Naturschutzgebiet Tinner Dose – Sprakeler Heide. Laut Angaben des NLWKN lebt dort ein Wolfsrudel. Ein Rudel sei auch wahrscheinlich für den Riss verantwortlich sagt Thomas Schomaker, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit der örtlichen Jägerschaft gegenüber der Redaktion.

Landtagsvizepräsident fordert umdenken

Bernd Busemann (CDU) fand anlässlich des Risses deutliche Worte. Tierschützer sollten ihre Haltung in der Wolfsdebatte überdenken. „Es hat auch etwas mit Tierschutz zu tun, wenn Tiere einen dermaßen grausamen Tod sterben müssen“, erzählte der Landtagsvizepräsident Niedersachsens der "NOZ". Busemann spricht aus Erfahrung. 2018 starben 20 seiner Schafe durch die Folgen eines Wolfsangriffes.


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