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Ausgangsbeschränkung: Bayern spezifiziert Regeln für Jagdausübung

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Mittwoch, 25.03.2020 - 12:02
Nachsuche_Wundbett © EM
Nachsuchen müssen alleine oder mit Personen des eigenes Hausstandes erfolgen.

Am vergangenen Freitag verkündete Ministerpräsident Markus Söder Ausgangsbeschränkungen für Bayern zur Eindämmung des Coronavirus. Die Einzeljagd soll trotzdem erlaubt bleiben, wie das Landwirtschaftsministerium auf Nachfrage der Redaktion mitteilte. Nun wurde die Erlaubnis weiter spezifiziert.

Wie das Ministerium berichtet, muss jeder Jäger dafür sorgen, „dass jagdliche Handlungen insbesondere nach dem „Schuss“ (bspw. Nachsuche, Wildbergung, Wildversorgung, Trichinenprobe, Radiocäsium-Untersuchung oder Abgabe von Wildbret) ausschließlich allein oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes erfolgen können.“ Jäger sollen sich also vor der Jagd genauestens überlegen, ob sie alle Handlungen im Zweifelsfall auch alleine ausführen können.

Weiter wird auf die Unfallverhütungsvorschrift der SVLFGV hingewiesen, welche strikt zu beachten sei. Demnach gilt: „Bei einer mit besonderen Gefahren verbundenen Jagdausübung ist ein Begleiter zur Hilfeleistung mitzunehmen. Besondere Gefahren können sich ergeben z.B. durch Witterungs-, Gelände- und Bodenverhältnisse, vor allem im Hochgebirge, auf Gewässern und in Mooren oder bei der Nachsuche auf wehrhaftes Wild.“ Die Jagd kann demnach nur ausgeübt werden, wenn Begleiter Mitglieder des eigenen Hausstandes sind.

Jägerprüfung in Bayern ausgesetzt

Auch sind aufgrund des Coronavirus alle drei Teile der bayerischen Jägerprüfung 2020/2 abgesagt. Entgegen der bislang gängigen Praxis, hält das Landwirtschaftsministerium es für vertretbar, Jagdscheine in schriftlicher Form, ohne persönliches Erscheinen, zu verlängern. Eine Ersterteilung ist jedoch im Schriftverfahren nicht möglich.

Revierarbeiten weiter zulässig

Revierarbeiten, wie Hochsitzbau oder das Anlegen von Pirschwegen, sind zulässig. Dabei sind jedoch die allgemeinen Unfallverhütungsvorschriften zu beachten. Alleinarbeiten mit der Motorsäge sind daher bspw. nicht möglich. Der Kauf oder die Abholung von Reviereinrichtungen gilt nicht als triftiger Grund, um die eigene Wohnung zu verlassen.

Jagdhundezucht kein triftiger Grund

Das Ausführen sowie die Ausbildung von Jagdhunden bleibt in Bayern allein oder mit Personen des gleichen Haushalts weiterhin erlaubt, sofern der Abstand zu anderen Menschen mindestens 1,5 m beträgt.

UPDATE: Die Regelung, dass die Jagdhundezucht sowie das Abholen eines Welpen kein triftiger Grund sei, wurde mittlerweile auf der Seite des Ministeriums entfernt. 

Büchsenmacher dürfen weiter offen haben

Laut der aktuellen Positivliste (Stand 22.3.) dürfen „Einzelhandelsgeschäfte, die Jagdbedarf einschließlich Munition vertreiben, weiterhin geöffnet bleiben.“