Aujeszky im Odenwaldkreis

Im praktischen Jagdbetrieb lässt sich der Kontakt von Hund und Sau nicht vermeiden (Symbolbild). Foto: Michael Breuer


Vermutlich kam der Hund bei einer Drückjagd im Beerfelder Land (Hessen) mit dem Herpesvirus in Kontakt. Ein vor ihm gestrecktes Stück Schwarzwild gilt als Zwischenwirt. In den darauf folgenden Tagen soll der Rüde ein für die Krankheit typisches, qualvolles Martyrium durchlaufen haben. Um die Zeit bis zur abschließenden Diagnose für den Vierbeiner erträglich zu machen, wurde er, nach Angaben des Züchters, vom Tierarzt in ein künstliches Koma versetzt. Wenige Tage später verstarb er in der Tierklink.
In einem emotionalen Facebook-Beitrag wendet sich der Züchter Hans-Martin Lechler an den Besitzer des Jagdhundes und an andere Hundeführer. Er schreibt: "Die Bestimmung unserer Hunde, deren Lebensaufgabe und Lebensinhalt und deren Glück besteht in der Jagd. Und wenn wir ihnen das nehmen oder auch nur einschränken, nehmen wir ihnen damit auch sehr viel Lebensqualität". Außerdem richtet Lechler Worte des Trosts und der Anerkennenung, für den vorbildlichen Umgang mit dem Jagdbegleiter bis zu seinem Tod, an den jungen Führer.
Damit dem eigenen Vierbeiner nicht ein ähnliches Schicksal wiederfährt sollten Hunde dem Streckenplatz fernbleiben und kein rohes Schweinefleisch zu Fressen bekommen. Die Hegegemeinschaft Michelstadt rät desweiteren dazu, Kleidung und Schuhe, die mit Schweiß oder Schwarzwild in Kontakt kamen nicht zu den Jagdbegleitern ins Auto zu legen und daheim alles gründlich zu reinigen.
RW