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Aufforstung eines Gemeindewalds: Damwild "eliminieren"?

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Mittwoch, 05.08.2020 - 16:55
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Damwild-Rudel © yewave - stock.adobe.com
Über einen Abschuss des Damwildes wird derzeit diskutiert (Symbolbild).

Der Klimawandel sowie der Befall durch Schädlinge stressen derzeit massiv die Wälder in Deutschland. Auch der Gemeindewald der hessischen Gemeinde Twistetal ist davon betroffen. Daneben spürt die Gemeinde auch wirtschaftliche Konsequenzen, da die Holzpreise stark gefallen sind. „Wir sind bemüht, diese Verluste durch Aufforstungsmaßnahmen für die Zukunft auszugleichen und auch den nachfolgenden Generationen den Gemeindewald zu erhalten“, so Rolf Ledebuhr, Erster Beigeordneter der Gemeinde, auf eine Anfrage der Redaktion.

Eine Möglichkeit wäre die Flächen zu zäunen, um sie gegen Wildverbiss zu schützen. Während einer Gemeindesitzung kam der alternative Vorschlag, Einfluss auf den Wildbestand zu nehmen. Wie Ledebuhr weiter erklärt, gehöre es „zur Wahrheit, dass sich in einem Teil der Jagdreviere Damwild angesiedelt hat, welches hier nicht heimisch war“. Wie die „Waldeckische Landeszeitung“ (wlz) berichtete, fordert der SPD-Gemeindevertreter Patrick Paul sogar das dort vorkommende Damwild „komplett zu eliminieren“. Die Gemeinde wolle nun mit den Jagdgenossenschaften und Jagdpächtern sprechen, um zu einem vernünftigen Ergebnis zu kommen.

Damwild werde bereits bejagt

Die Vorsitzende der Waldeckischen Jägerschaft, Sandra Bergmann, äußert gegenüber der Redaktion, dass die ortsansässigen Jäger und die Jägerschaft sehr überrascht und verwundert über den Artikel der „wlz“ waren. „Zu keinem Zeitpunkt hat die Gemeindevertretung mit der Jägerschaft und den ortsansässigen Jägern das Gespräch gesucht.“

Für das Damwild liege zwar kein Abschussplan vor, dennoch wurden in den letzten Jahren pro Revier zwei weibliche sowie zwei männliche Stücke bis zum 4. Kopf freigegeben. „Es sind auch in jedem Jahr Abschüsse in einzelnen Revieren erfolgt“, so die Jägerin weiter. Ihrer Meinung nach reiche es für eine Wiederaufforstung nicht aus, eine bestimmte Wildart in einem bestimmten Gebiet „auszurotten“. Man müsse den Bestand des wiederkäuenden Schalenwilds als Ganzes betrachten. Ebenso seien weitere Faktoren wie Wildruhezonen oder ein alternatives Äsungsangebot zu beachten.


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