+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.839 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 26.11.2021) +++
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ASP: Verbände fordern konsequenteres Vorgehen gegen Seuche

Wildschweine-im-Herbstwald © byrdyak - stock.adobe.com
Mittlerweile gibt es in Deutschland über 2.500 ASP-Fälle beim Schwarzwild.

Mit einem gemeinsamen Papier fordern der Deutscher Bauernverband (DBV), der Deutscher Jagdverband (DJV) und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) Bund und Länder auf, konsequenter und einheitlicher gegen die Afrikanische Schweinepest vorzugehen. Seit über 13 Monaten würde sich die Seuche nahezu ungebremst ausbreiten. Die bisher ergriffenen Maßnahmen und die föderale Organisation bei der ASP-Bekämpfung sei an ihre Grenzen gestoßen und eine effektive Eindämmung nicht in Sicht, so die Verbände.

Nationale Tragweite des ASP-Geschehens

Zudem wird kritisiert, dass die betroffenen Bundesländer Brandenburg und Sachsen die „wesentliche Verantwortung für Deutschland und Westeuropa praktisch allein“ tragen würden. „Das ist in Anbetracht der nationalen Tragweite des ASP-Geschehens nicht akzeptabel“, heißt es im Forderungspapier.

Die Verbände fordern daher eine einheitliche Information, Festlegung und Koordination von Maßnahmen. Dazu solle der Zentrale Krisenstab Tierseuchen des Bundes hinsichtlich der ASP-Bekämpfung mit weitreichenden Befugnissen zur zentralen Steuerung der ASP-Bekämpfung ausgestattet werden.

Reduzierung des Wildschweinbestandes

Des Weiteren wird ein mehrstufiges, strategisches Bekämpfungskonzept gefordert: Dies beinhaltet den Aufbau einer durchgängigen Wildschweinbarriere an der deutsch-polnischen Grenzen, die deutliche Reduzierung des Wildschweinbestandes westlich der Barriere, die schnelle Bekämpfung von positiven Fallwildfunden, Aufbau einer weiteren effektiven (zweiten) Barriere und die unbürokratische Ermöglichung der Schwarzwildbejagung auch in Schutzgebieten.

Auch eine Schaffung der notwendigen Infrastruktur zur Schwarzwildbejagung sehen die Verbände als zielführend an. Damit sind insbesondere die Abgabestellen und die Auszahlung von Prämien für erlegtes, nicht marktfähiges Schwarzwild gemeint. Insgesamt müsse die Vermarktung und Verwertung von Wildbret außerhalb der Restriktionsgebiete noch stärker gefördert werden. Dazu müsse es flächendeckend und rund um die Uhr zugängliche Kühlräume geben, um erlegtes, vermarktungsfähiges Schwarzwild zwischenzulagern. Dazu sei auch die Hilfe von Metzgern notwendig.

Weitere Punkte, die von den Verbänden gefordert werden, sind unter anderem: Abgabe- und steuerfreies Prämiensystem als Anreiz zu verstärkter Bejagung, Ausbildung von Kadaverspürhunden, Flächendeckend Annahmestellen für ASP-Monitoringproben, Hygienischer Betrieb der Kadaversammelstellen sowie die Einbindung der Eigenjagdbesitzer.


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