+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 1.650 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 23.7.2021) +++
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ASP: Über 1.000 Fälle in Deutschland nachgewiesen

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Kathrin Führes
am
Montag, 19.04.2021 - 14:01
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In Deutschland gibt es über 1000 ASP-Fälle. In den kommenden Monaten werden noch einige Fälle dazukommen.

In Deutschland wurden über 1.000 Fälle von Afrikanischer Schweinepest bei Wildschweinen nachgewiesen. Am 9. September 2020 testete man erstmals ein Wildschwein positiv auf ASP in Deutschland. Im Januar wurde die 500er-Marke gebrochen, nun gab es den 1.003. Fall. Nach wie vor beschränkt sich das Infektionsgeschehen auf Brandenburg und Sachsen. Eine Verschleppung in andere Bundesländer konnte bislang verhindert werden.

Situation in Deutschland unterscheidet sich zu Tschechien und Belgien

Im Vergleich zu anderen Ländern wie bspw. Belgien, die die Afrikanische Schweinepest erfolgreich bekämpft haben, sind die Zahlen deutlich höher. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erklärt dazu gegenüber der Redaktion: „Die aktuellen Zahlen mögen auf den ersten Blick hoch erscheinen, insbesondere wenn man sie mit den Gesamtzahlen anderer betroffener Länder vergleicht, die die ASP bei Wildschweinen erfolgreich bekämpft haben. Die Situation in Deutschland unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten von den Ausbruchsgeschehen, die in Tschechien und Belgien zu verzeichnen waren. Während es dort zu einmaligen, punktuellen Einträgen kam, ist Deutschland von wiederholten, separaten Eintragungen entlang der polnischen Grenze betroffen. Diese spiegeln sich in den derzeitig vier Kerngebieten wider. Dort breitet sich das Geschehen allenfalls langsam aus.“ Grundsätzlich sei die Lage aber stabil und man dürfe nicht außer Acht lassen, dass die Wildschweindichte in den betroffenen Gebieten sehr hoch sei, wodurch es nach wie vor zu Neuansteckungen kommen würde. „Betrachtet man die Kerngebiete einzeln, so liegen die Fallzahlen im erwarteten Bereich und sind mit denen in anderen betroffenen Ländern vergleichbar“, so das FLI weiter. Wichtig sei es jedoch nach wie vor, die Wildschweindichte in den Restriktionszonen weiter so stark wie möglich abzusenken.

Alle Altersklassen bei Fallwild vertreten

Für die nächsten Monate sei keine Entspannung der Lage zu erwarten, sind sich die Experten vom FLI sicher. „Da vor allem jetzt die nächste Generation an Frischlingen geboren wird, wird sich die Population empfänglicher Tiere wieder erhöhen, was sich dann auch in den Fallzahlen niederschlagen kann.“ Ob eher junge oder ältere Wildschweine von der Afrikanischen Schweinepest betroffen sind, lasse sich jedoch nicht sagen. „Alle Altersklassen sind bei den Fallwildfunden vertreten und wir haben keinen Hinweis darauf, dass die Jugendklasse stärker von der Erkrankung an sich betroffen ist. Bei experimentellen Infektionen von Wildschweinen, die hier am FLI durchgeführt wurden, war der Verlauf bei adulten und jungen Tieren sehr ähnlich, es deutete sich sogar an, dass jüngere Tiere eine etwas längere Überlebensdauer haben können.“ 


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