+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 86 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 22.10.2020) +++
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ASP-Totalabschuss: So soll die Maßnahme ablaufen

Wildschwein-Rotte © Budimir Jevtic - stock.adobe.com
In einer „weißen Zone“ soll ein Totalabschuss bei Schwarzwild erfolgen.

Auf der Argrarministerkonferenz kündigte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel (Grüne) vergangene Woche an, dass in einer „weißen Zone“ ein Totalabschuss von Wildschweinen erfolgen soll. Damit will man eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern. Im Kerngebiet wurden mittlerweile 36 Fälle bestätigt. Gegenüber der Redaktion gab ein Sprecher des Ministeriums an, wie der Totalabschuss erfolgen soll.

Man stehe derzeit noch am Anfang des ASP-Ausbruchs, daher sei es momentan entscheidend, erstmal die Ausdehnung des tatsächlichen Infektionsgeschehens mit einer gezielten und systematischen Fallwildsuche zu ermitteln, so der Sprecher. Dabei würde man alles vermeiden, was Schwarzwild unnötig aufschreckt – so auch Jagden und Erntearbeiten. Sobald das tatsächliche Ausmaß des Infektionsgeschehens bekannt sei, würde ein fester Zaun um die „weiße Zone“ gezogen werden und die Bejagung könne beginnen.

Muttertierschutz wird ausgesetzt

Dabei sollen „örtliche Jäger, schon aufgrund ihrer Ortskenntnisse“ eine große Rolle spielen, so der Sprecher gegenüber der Redaktion. Der Abschuss solle dann „ruhig aber konsequent durchgeführt werden.“ Neben dem Einsatz von „waffenrechtlich zugelassenen Nachtzielgeräten“ will man auch Fallen einsetzen. Ob den Jägern dafür eine Aufwandsentschädigung gezahlt wird, wurde laut Ministerium noch nicht abschließend entschieden.

Die Fallen, welche in der "weißen Zone" eingesetzt werden sollen, wurden bereits beschafft und werden derzeit in das Einsatzgebiet "verbracht und für den Fang vorbereitet." Behördliche Beschäftigte sowie "dafür beliehene, private Jäger" sollen die Fallen betreuen, so ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der Redaktion.

Für die "weiße Zone" wird im Zuge des geplanten Totalabschusses der Muttertierschutz ausgesetzt. "Es handelt sich hierbei nicht um Jagd sondern um eine Seuchenschutz-Maßnahme", erläutert der Sprecher.

Unklar, ob es langfristig zur Unterstützung durch Dritte kommt

Auf Nachfrage der Redaktion, ob bei dem Abschuss auch Polizei und/ oder die Bundeswehr zur Hilfe gebeten werden, heißt es: „Ob es langfristig zur Unterstützung durch Dritte kommt, kann heute noch nicht gesagt werden.“

Die Vorbereitungen für den festen Zaun um die „weiße Zone“ und den geplanten Totalabschuss seien in vollem Gange. Einen Termin zur Fertigstellung des Zauns kann man jedoch noch nicht bekannt geben.


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