+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 180 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 24.11.2020) +++
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ASP: Polens Militär soll beim Abschuss von Schwarzwild helfen

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Donnerstag, 12.12.2019 - 13:00
Wildschweinrotte © Erich Marek
In Polen sollen Militär und Polizei bei der Schwarzwildbejagung helfen.

Um gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzugehen, will Polen seiner Armee und Polizei den Abschuss von Schwarzwild erlauben. Gegenüber der "dpa" gibt der Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski an, dass er eine entsprechende Gesetzesänderung im Parlament einbringen wird. Ohne deren Hilfe schaffe es Polen nicht, so Ardanowski weiter.

Schweinebauern protestieren in Warschau

Wie die dpa weiter berichtet, soll die Gesetzesänderung auch die polnischen Jäger dazu verpflichten, sich in den von der Seuche betroffenen Gebieten am Abschuss des Schwarzwilds zu beteiligen. Am Dienstag hatten mehrere hundert Schweinehalter vor der Niederlassung des Jagdverbands in Warschau protestiert, weil sich die Jäger aus ihrer Sicht zu wenig am Schwarzwildabschuss beteiligen.

Seit November wurden in der westpolnischen Woiwodschaft Lebus mehrere infizierte Wildschwein-Kadaver gefunden. Die Fundorte liegen nur etwa 40 km von der deutsch-polnischen Grenze entfernt.

Brandenburg bereitet sich auf Ernstfall vor

Vor allem im angrenzenden Brandenburg bereitet man sich auf einen drohenden Ausbruch der Seuche vor. Gestern informierte daher Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) das Landeskabinett in einer Sitzung über den aktuellen Stand der Maßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung sowie zur frühzeitigen Erkennung der ASP im Land.

In einer Pressemitteilung äußert sich Nonnemacher zur aktuellen Situation: „Noch gibt es in Brandenburg keinen ASP-Fall. Wir sind aber für den Ernstfall gerüstet. Alle zuständigen Behörden des Landes und der Landkreise stimmen sich ab und setzen Maßnahmen nach dem Tierseuchenalarm- und bekämpfungsplan konsequent Schritt für Schritt um. Aktuell kann niemand sagen, in welche Richtungen sich die Tierseuche weiter ausbreiten wird. (…) Die Abwehr der ASP ist das Ziel. Dafür sind weitere Maßnahmen wie eine intensive Fallwildsuche, verstärkte Bejagung und umfassendere Untersuchungen von Tierkörpern erforderlich, die wir jetzt vorbereiten."

Zusätzliche Maßnahmen werden ergriffen

Die zusätzliche Maßnahmen werden vom Verbraucherschutzministerium gemeinsam mit dem für die Jagd zuständigen Landwirtschaftsministerium und in Abstimmung mit den Landkreisen und kreisfreien Städten vorbereitet. Diese sollen als Anordnung noch in dieser Woche wirksam werden.

Die Anordnungen beinhalten:

  1. eine flächendeckende verstärkte Bejagung zur Reduzierung des Schwarzwildbestandes in den Landkreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz sowie in den kreisfreien Städten Frankfurt (Oder) und Cottbus.
  2. eine verstärkte Fallwildsuche in einem Abstand von circa 15 Kilometer ins Landesinnere entlang der polnischen Grenze in den Landkreisen Spree-Neiße und Oder-Spree sowie der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder)

Eine genaue Definition der Anordnungen konnte der Redaktion noch nicht genannt werden. Ebenso bleibt bisher unklar, was passiert, wenn man sich als Jagdpächter trotz Anordnung nicht an der flächendeckenden verstärkten Bejagung und Fallwildsuche beteiligen würde.