+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 193 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 1.12.2020) +++
Home News ASP Maßnahmen: Jäger in Sachsen legen Widerspruch ein

ASP-Maßnahmen: Jäger in Sachsen legen Widerspruch ein

Reinhard Schneider
am
Montag, 16.11.2020 - 12:00
Barriere-Neißevorland © Michael Plocke
Der mobile E-Zaun im Neißevorland hat seine Dienste erfüllt, schätzt das Sozialministerium ein.

Der Erleger des ersten positiv getesteten ASP-Wildschweins in Sachsen sowie alle Mitglieder des Hegerings Neudorf (Landkreis Görlitz) haben Widerspruch gegen die Allgemeinverfügung zur Bekämpfung der Afrikanische Schweinepest (ASP) des sächsischen Sozialministeriums eingelegt. Der Hauptkritikpunkt der Oberlausitzer Jäger bezieht sich auf das verordnete Jagdverbot im Kerngebiet. Das sei nach ihrer Ansicht weder verhältnismäßig noch geeignet, um einen Überblick über das Ausmaß und die Verbreitung der ASP in dem festgelegten Restrektionsgebiet zu erhalten. Die positiv beprobte Überläuferbache hatte der Schütze aus einer Rotte geschossen, die er über einen Monat wiederholt im Anblick hatte. Das Stück zeigte keinerlei Symptome und auch beim Aufbrechen stellte er keine auffälligen Merkmale fest.

Jagdverbot verhindert genaueres Bild des Infizierungsgrads

Die ersten Kilometer des festen Zauns um das Kerngebiet und den Truppenübungsplatz Oberlausitz stehen.

Ein am nächsten Tag gestreckter Frischling aus der gleichen Rotte erwies sich als ASP-negativ. Am 14. November 2020 wurden bei einer Suchaktion nördlich vom ersten Erlegungsort zwei Stück Fallwild gefunden. Deren Untersuchung ergab einen positiven Befund. Die Erlegungsorte der beiden Schwarzkittel sowie die Fundorte der beiden Fallwildstücke liegen in dem Korridor zwischen der Neiße und dem im Frühjahr 2020 gezogenen Elektrozaun. Das Sozialministerium in Dresden wertet das als Beleg, dass der mobile Elektrozaun seine Wirkung zur Verhinderung des Einwechselns von Wildschweinen nach Sachsen nachgewiesen hat. Das sehen die Jäger des Hegerings Neudorf ähnlich. Daher argumentieren sie, dass das verhängte Jagdverbot verhindert, weitere Stücke aus der Rotte und in den Revieren des Hegerings zu erlegen, um sich so ein genaueres Bild vom Infizierungsgrad zu verschaffen.

ASP-Suchtrupp © Michael Plocke

Sammeln und Ausrichten des Suchtrupps.

Mangelende Informationen zu behördlichen Maßnahmen

Eine Lageeinschätzung des Seuchengeschehens, die nur auf der Beprobung von Fallwild beruht, halten die Jäger für falsch. Für ein zeitnahes Bild müssen auch frische Stücke untersucht werden, so die Jäger vor Ort. Die Oberlausitzer loben zwar die gut organisierten Fallwildsuchen, klagen aber über mangelnde Informationen zu den behördlichen Maßnahmen.


Kommentieren Sie