+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 244 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 4.12.2020) +++
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ASP: Jagdverbot auf alle Wildarten weitet sich deutlich aus

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Montag, 14.09.2020 - 16:57
Schild Jagdverbot Rothirsch © blattwerkstatt - stock.adobe.com/Erich Marek
Ein Radius von 25 Kilometer um die Fundstelle darf nun nicht bejagt werden.

Nach dem Fund eines mit Afrikanischer Schweinepest infizierten Schwarzwildkadavers im Landkreis Spree-Neiße (Brandenburg), gibt es nun neue Maßnahmen. Die zunächst betroffenen Landkreise Spree-Neiße und Oder-Spree veröffentlichten ihre Allgemeinverfügungen, in welchen die Gebietskulissen festgelegt wurden. Anders wie vergangene Woche angekündigt, soll das sogenannte gefährdete Gebiet nun nicht nur einen Radius von etwa 15 km umschließen. Viel mehr soll die gefährdete Zone ein Gebiet mit einem Radius von 25 km, also einem Durchmesser von 50 km, betragen.

Karte der betroffenen Landkreise in Brandenburg © Vebraucherschutzministerium Brandenburg

Die betroffenen Gebiete umschließen mehrere Landkreise.

Außerdem sei nun doch nicht nur in der Kernzone (drei Kilometer um den Fundort), welche sich nicht verändert hat, absolute Jagdruhe auf alle Wildarten, sondern auch im gesamten gefährdeten Gebiet (25 km). Dies seien allein auf der Fläche des Landkreises Spree-Neiße 90.000 ha Revierfläche. Einzig die Fallenjagd auf Schwarzwild sei weiterhin erlaubt. Man wolle möglichst viel Ruhe auf die Fläche bringen. 

Durch die Vergrößerung der Gebietskulisse ist nun auch ein dritter Landkreis, der Landkreis Dahme-Spreewald, betroffen. Dieser hat ebenfalls eine Allgemeinverfügung erlassen. Hier seien etwa 10.000 ha betroffen. Die Europäische Kommission hat in einem Durchführungsbeschluss die betreffenden Gebiete der drei Landkreise bis einschließlich 30. November zum Seuchengebiet erklärt.

Neue Erkenntnisse zum Kadaver

Zudem gibt es neue Erkenntnisse zum infizierten Kadaver. Spaziergänger mit Hund hätten den Kadaver in einem Schilfstreifen neben einem Maisacker gefunden. Die Spaziergänger hätten dies einem örtlichen Jäger gemeldet. Laut Landkreis Spree-Neiße handelt es sich um eine mindestens zwei Jahre alte Bache.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) gab an, dass es sich bei der untersuchten Probe um Knochen gehandelt habe. Laut einer Pressemitteilung sei deshalb davon auszugehen, dass "der Eintrag bereits vor mehreren Wochen stattgefunden hat". Zwar sei die Untersuchung bei Knochen deutlich aufwändiger als bei Schweiß. Jedoch sei im Knochenmark die ASP sehr schnell nachweisbar, so das FLI gegenüber der Redaktion.

Laut Landkreis Oder-Spree wurden bislang keine weiteren Stücke gefunden.


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