+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.371 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 14.10.2021) +++
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ASP: Ein halbes Jahr Afrikanische Schweinepest in Deutschland

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Kathrin Führes
am
Mittwoch, 10.03.2021 - 08:23
Wildschweine-ziehend © prochym - stock.adobe.com
Seit sechs Monaten grassiert in Deutschland die ASP. Eine Ende ist derzeit nicht in Sicht.

Die Angst bestand seit mehreren Jahren, am 10. September wurde es dann traurige Realität: Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland. In Sembten (Brandenburg) stellten die Behörden an dem Tag erstmals den Befund amtlich auf deutschem Boden fest. Nur wenige Kilometer von der Oder entfernt war damals der Kadaver auf einem Maisacker gefunden worden. Nun, ein halbes Jahr später, ist einiges passiert. Als erste Maßnahme hatte man damals den Fundort desinfiziert und ein Zaun um die erste Kernzone gezogen. Für das gefährdete Gebiet wurde eine Jagdruhe auf alle Wildarten erlassen. Nur fünf Tage nach dem ersten Fall wurden fünf weitere Schwarzkittel positiv auf das Virus getestet. Alle infizierten Wildschweine wurden unweit des ersten Ausbruchsortes aufgefunden und lagen damit im bereits erlassenen gefährdeten Gebiet. Mit organisierten Suchtrupps sowie mit Unterstützung der Bundeswehr machte man sich auf die Suche nach weiteren infizierten Schwarzkitteln.

Ausbruch auch in Sachsen

Am 30. September gab es dann die nächste Hiobsbotschaft: Vom bisherigen gefährdeten Gebiet rund 70 Kilometer entfernt, in Bleyen (Landkreis Märkisch-Oderland, Brandenburg), war ebenfalls ein Wildschwein positiv auf ASP getestet worden.

Doch nicht nur in Brandenburg nahmen die Fälle immer weiter zu. Ende Oktober wurde auch in Sachsen der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest bestätigt. Dort hatte man während einer Jagd in der Oberlausnitz einen Überläufer mit Krankheitssymptomen erlegt. Im Zuge einer großangelegten Fallwildsuche fand man innerhalb von drei Wochen weitere sieben infizierte Schwarzkittel.

Status "ASP-frei" in weiter Ferne

Seit den ersten Ausbrüchen wird in beiden Bundesländern ein ASP-Zaun gebaut. Die Umsetzung wurde seitens des Landesjagdverbands Brandenburg regelmäßig kritisiert, da die Maßnahmen des Ministeriums viel zu langsam voranschreiten würden bzw. schlecht umgesetzt seien.

Innerhalb einer „Weißen Zone“ soll momentan ein Totalabschuss der Schwarzwildbestände erfolgen. Doch immer wieder werden mutwillige Beschädigungen und Zerstörungen an den Zäunen gemeldet und erschweren so das Vorhaben bzw. ermöglichen damit eine weitere Verbreitung der ASP. Außerdem wurde zuletzt Kritik laut, dass andere Wildarten wie Rehwild, sich im Zaun verfangen und so qualvoll verenden würden.

Mit dem jüngsten Ausbruch der Afrikanischen Schweinpest in Frankfurt (Oder) hat sich das Seuchengeschehen erneut weiter ausgebreitet. Mittlerweile wurden 793 ASP-Fälle (Stand: 10. März 2021) in Deutschland amtlich bestätigt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der „ASP-frei“ Status, wie ihn Belgien kürzlich zurückerlangte, scheint noch in weiter Ferne zu sein.


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