+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.406 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 18.10.2021) +++
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ASP in Brandenburg: Jagdverbot und kein Ende

Reinhard Schneider
am
Mittwoch, 20.01.2021 - 08:00
Hochsitz-Winterlandschaft © imago images/ZUMA Wire
Wann hört das Jagdverbot in Brandenburg auf? Diese Frage stellen sich die Jäger in den ASP-Gebieten.

Bisher haben die 40 Mitglieder der Jägerschaft Lieberose die Bekämpfungsstrategie der Afrikanischen Schweinepest (ASP) des Landkreises Dahme-Spreewald (Brandenburg) mit Verständnis mitgetragen. Ihre Reviere liegen in den kreisübergreifenden Restriktionszonen (weiße Zone und gefährdete Gebiete) der zwei im benachbarten Landkreis Oder-Spree festgelegten ASP-Kerngebiete. Von daher herrscht in ihren Jagdbezirken auf tausenden von Hektar seit September 2020 verordnete Jagdruhe. Jetzt, nach über vier Monaten des totalen Jagverbots, ist die Geduld der Lieberoser Jägerschaft am Ende. „Das vor allem angesichts der geradezu paradoxen Situation, dass in den Nachbarkreisen Oder-Spree und Spree-Neiße, mit fortlaufenden ASP-Funden, das Jagdverbot aufgehoben wurde. Bei uns in Dahme-Spreewald, mit bisher keinem einzigen ASP-Nachweis, besteht es aber weiterhin“, erklärt Stefan Bischoff, Vorsitzender der Jägerschaft. In einem Brandbrief der Jägerschaft heißt es: „Dass es bei einem ASP-Ausbruch zu einem zeitweisen Jagdverbot kommt, war uns klar und wird auch akzeptiert. Aber ein Jagdverbot über einen so langen Zeitraum ist völlig inakzeptabel und dient auch nicht der Seuchenbekämpfung.“

 

Geduld der Jäger am Ende

Ganz im Gegenteil durch die Jagdruhe werde der Sauenbestand weiter zunehmen und damit auch das Infektionsrisiko. Der Krisenstab Dahme-Spreewald gibt an, das Jagdverbot erst dann aufzuheben, wenn die auf dem Kreisgebiet verlaufende doppelte feste Umzäunung der weißen Zone fertig gestellt ist. Dann sei im Kerngebiet und der weißen Zone „die Entnahme von Wildschweinen mittels Fallen und Einzelansitzjagden möglich“.

Äußerer Zaun steht erst im März

Im gefährdeten Gebiet seien dann nach Abschluss des Zaunbaues die Jagd auf alle Wildarten sowie alle Bejagungsarten wieder uneingeschränkt erlaubt. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilt der Landkreis mit, dass der innere Zaun der weißen Zone auf einer Länge von 14 Kilometern bereits aufgestellt wurde. Der äußere Zaun (23 Kilometer) wird voraussichtlich erst im Monat März stehen. Pandemiebedingte Personalausfälle bei den beauftragten Firmen verhindern angeblich die bereits für Februar geplante Fertigstellung. 


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