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ASP: Bis zu 30.000 Euro Strafe für Jäger in Brandenburg

Redaktion jagderleben
am
Samstag, 21.12.2019 - 07:00
Schwarzwild-Auto © Fotoschlick - stock.adobe.com
Auch Unfallwild soll zukünftig beprobt werden.Das Wildschwein verendete noch an der Unfallstelle.

Die Landkreise und kreisfreien Städte Brandenburgs, die entlang der polnischen Grenze liegen, haben Tierseuchenrechtliche Allgemeinverfügungen für die Jagdausübungsberechtigten angeordnet. Diese verpflichten die Jäger, verstärkt auf Schwarzwild zu jagen. Die Verfügungen beruhen auf der Schweinepest-Verordnung und einem Erlass des Verbraucherschutzministeriums Brandenburg, welchen das Ministerium bereits vergangene Woche angekündigt hatte.

Begründung hierfür sei der Nachweis der Afrikanischen Schweinepest im Nachbarland Polen, nur ca. 40 Kilometer vor der Landesgrenze zu Brandenburg entfernt. In der Allgemeinverfügung wird die flächendeckende verstärkte Bejagung sowie die Anzeige, Kennzeichnung und Probenahme jedes verendet aufgefundenen Wildschweins angeordnet. Das zuständige Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV) ist in Alarmbereitschaft und kündigte verschiedene Maßnahmen an.

Auch Unfallwild muss beprobt werden

Auch Unfallwild muss laut der Verordnung beprobt werden. Der Ausbruch in Polen, nahe der deutschen Grenze, wurde durch die Beprobung eines durch einen Verkehrsunfall getöteten Keilers festgestellt. Bei „vorsätzlichen oder fahrlässigen Zuwiderhandlungen“ gegen die Allgemeinverfügung kann dies mit einer Geldbuße von bis zu 30.000 Euro geahndet werden.

Entschädigung für Jagd und Fallwildsuche

Die Weichen für diese Art der Anordnung und Verpflichtung der Jagdausübungsberechtigten zur Mithilfe wurde bereits 2018 durch eine Gesetzesänderung des Tiergesundheitsgesetzes und des Bundesjagdgesetzes getroffen. Die Gesetzesänderung sieht auch vor, dass Jäger für ihren Mehraufwand bei der Schwarzwildjagd und Fallwildsuche entschädigt werden – allerdings erst im Seuchenfall, wie auch Brandenburgs Landestierarzt Dr. Stephan Nickisch gegenüber der Redaktion bestätigte. "Die Aufwandsentschädigung wird die Jäger auf jeden Fall zur Mitarbeit motivieren," so der Landestierarzt weiter.

Die Regierung rechnet, im Fall von angeordneter verstärkter Bejagung, mit Kosten von etwa 800 Euro pro zusätzlich erlegtem Stück Schwarzwild. Dem Jäger stünden bei acht zusätzlichen Ansitzen zu je fünf Stunden jeweils 100 Euro Aufwandsentschädigung für Munition, Anfahrt und Zeitaufwand zu. Werden Jagdausübungsberechtigte und Begehungsscheininhaber zur Suche nach verendetem Schwarzkitteln aufgefordert, könnten sie bei einem zusätzlichen Zeitaufwand von fünf Stunden pro Woche eine Aufwandsentschäigung von 50 Euro pro Person und Stunde verlangen.

Ist die effektive Jagd aus Sicht der zuständigen Behörde nicht sichergestellt, kann angeordnet werden, dass andere Personen die Bejagung übernehmen.