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Artenschutz: Moderne Arche Noah

Mit einem großen Sprung geht es für die Impalas in ihre neue Heimat.


Tiefe Spuren hat der über 15 Jahre andauernde Bürgerkrieg in Mosambik hinterlassen. Rund eine Millionen Menschen verloren während der Zeit ihr Leben, auch die Wildtiere litten unter den Zuständen im Land. Der 1973 gegründete Zinave Nationalpark beherbergte einst zahlreiche Wildarten. Durch Wilderei wurden die Tiere dort fast vollständig ausgerottet. Mit dem mordernen Arche Noah Projekt „Re-Wild“ soll nun wieder Leben in den verlassenen Nationalpark gehaucht werden. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden rund 6.000 Tiere ihr neues Zuhause in Mosambik finden. Die ersten 2.000 von ihnen sollen bis Mitte August auf die Reise gehen.

Die Tiere stammen aus dem seit 25 Jahren bestehenden „Sango Wildlife Conservancy“ in Simbabwe. In dem Naturgebiet haben sich die einzelnen Wildarten so stark vermehrt, dass nun viele Tiere nach Mosambik abgegeben werden können. Wie Wildfried Pabst, Leiter des Sango Nationalparks gegenüber dem ORF berichtet, leben 20.000 bis 30.000 große Säugetiere in dem 6.000 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet. Zehn Prozent sollen davon jährlich in den nächsten drei Jahren nach Mosambik übersiedelt werden.

Jagd machts möglich

Doch einfach ist das Vorhaben nicht. Bei den Elefanten müssen ganze Familienherden betäubt und dann mit Kränen in Container gehieft werden. Kudus, Impalas und Co. werden mit Hubschraubern in ein trichterförmiges Dreieck, dass auf einen Lkw führt, getrieben. In Mosambik angekommen, geht es für die Tiere vorerst in ein 15.000 Hektar großes, eingezäuntes Areal, dass Schrittweise erweitert wird. Mit der Kombination aus Zaun, Wildhütern und einem Managementplan hofft man, die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Wiederansiedelung der Wildtiere zu gewinnen.

Mit dem Projekt verfolgt man auch wirtschaftliche Ziele: Durch den neuen alten Nationalpark soll der Tourismus in Mosambik wieder angekurbelt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zum erfolgreichen Gelingen gehört aber nach Ansicht von Wilfried Pabst auch die nachhaltige Jagd für Touristen. So stammen 95 Prozent der Einnahmen des Sango Wildlife Conservancy aus der Großwildjagd. Und diese nachhaltige und verantwortungsbewusste Nutzung des Wildbestandes ist auch der Grundstein dafür, dass man dazu in der Lage ist, mit 6.000 Tieren zum Wiederaufbau des Zinave Nationalparks beizutragen.

Das Sango Wildlife Conservancy wird vom International Council for Game and Wildlife Conservation (CIC) unterstützt und erhielt im Jahr 2016 den Markhor-Preis für herausragende Naturschutzerfolge beim expemplarischen Schutz bedrohter Arten. PM


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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