Home News App iMammalia: Tiere melden für die Wissenschaft

App iMammalia: Tiere melden für die Wissenschaft

Dr. Oliver Keuling von der Tierärztlichen Hochschule Hannover bei der Vorstellung der App "iMammalia". © Christian Liehner
Dr. Oliver Keuling von der Tierärztlichen Hochschule Hannover bei der Vorstellung der App "iMammalia".

In einem europaweit angelegten Forschungsprojekt sollen Bürger Sichtungen von Wildtieren melden. Dabei ist es unerheblich, ob das Tier in der Stadt, im eigenen Garten, oder beim Wandern in der Natur gesichtet wird. Die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) hat dafür Ende Oktober eine eigens entwickelte App „iMammalia“ vorgestellt, in der bereits mehr als 20 heimische Tierarten zur Auswahl hinterlegt sind.

Hintergrund des auf zwei Jahre angelegten Pilotprojekts ist es, die zum Teil sehr lückenhaften Daten über regionale Vorkommen von Wildtieren zu ergänzen. Die gesammelten Informationen fließen daher in bereits laufende Vorkommens- und Dichtemodelle mit ein.

Ziel: Breitere Datenbasis für ganz Europa

Das Team hinter der neuen App "iMammalia" an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. © Christian Liehner

Das Team hinter der neuen App „iMammalia“: Corine Gansen, Maura Lynch-Miller, Dr. Oliver Keuling, Alexandra Kopietz, Fabienne Rietz.

„Bislang lieferten vorrangig die Streckenmeldungen der Jäger flächendeckend interpretierbare Daten zu Wildtieren – allerdings nur für die jagdbaren Tierarten“, so Dr. Oliver Keuling von der TiHo, der das Projekt auf deutscher Seite leitet. Daneben gebe es in Niedersachsen die Wildtiererfassung WTE und für ganz Deutschland das "WILD" Wildtierinformationssystem der Länder, sowie das Totfundkataster, das ebenfalls eine App anbietet. 

Mit der Bürgerbeteiligung solle die zusätzliche Datenmenge vergrößert werden. Willkommen sind dabei auch Sichtungen im europäischen Ausland. „Für Länder wie Albanien stehen uns nur sehr wenige Informationen zur Verfügung, das langfristige Ziel des Projekts ist es aber ganz Europa abzudecken“, so Dr. Keuling.

Vorteil für Jäger

Auch für Jäger könnte die neue App von Interesse sein. Eigene Sichtungen werden bald in einer Kartendarstellung abrufbar sein und könnten so für den Jäger als „Tagebuch“ für den Anblick dienen – zusätzlich zum Gewinn für die Wissenschaftler.


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
Thumbnail