Home News Nach Anzeige von Mitjäger: Waidmann verurteilt

Nach Anzeige von Mitjäger: Waidmann verurteilt

Ein Jäger wurde angezeigt, weil er seine Jagdwaffe einem unberechtigten in die Hand gedrückt hatte (Symbolbild).


Ein Jäger wurde in Altötting vom Schöffengericht zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Wie der „Alt-Neuöttinger Anzeiger“ berichtet, hatte der Waidmann vor etwa zwei Jahren seine Jagdwaffe einer nicht berechtigten Person in die Hand gegeben. Dieser Vorfall wurde von der Wildkamera eines Mitjägers aufgezeichnet, deren Besitzer Anzeige erstattete. In Folge der Ermittlungen seien beim Beschuldigten eine Signalpistole, Kriegswaffenmunition, Übungshandgranaten und ein Butterflymesser gefunden worden, so das Blatt weiter.

Von Verfolgung des ursprünglichen Tatvorwurfs wird abgesehen

In das Urteil des Gerichts floss der ursprüngliche Tatvorwurf der Überlassung an einen Unberechtigten nicht mehr ein. Auf Rückfrage der Redaktion erklärte ein Sprecher des Amtsgericht Altötting, dass nach §154 Abs.1 Stpo von der Verfolgung eines Tatbestands abgesehen werden kann, wenn dieser gegenüber anderen Vorwürfen nicht beträchtlich ins Gewicht fällt. Ein anderer Vorwurf wurde laut „Alt-Neuöttinger Anzeiger“ jedoch berücksichtigt. Der Beschuldigte Waidmann habe auf einer Versammlung der Jagdgenossenschaft dem Besitzer der Wildkamera wortwörtlich "handfest die Meinung gesagt". Dieser Faustschlag wurde ebenfalls in das Urteil mit einbezogen. Den Jagdschein des Beschuldigten habe die Polizei bereits bei der Hausdurchsuchung beschlagnahmt.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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