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Anzeige gegen Forstbeamte

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Mittwoch, 19.08.2015 - 02:08
Politisch verantwortlich? Umweltminister Johannes Remmel (l.) und Forstchef Andreas Wiebe. Foto: Landesbetrieb Wald und Holz NRW © Landesbetrieb Wald und Holz NRW
Politisch verantwortlich? Umweltminister Johannes Remmel (l.) und Forstchef Andreas Wiebe. Foto: Landesbetrieb Wald und Holz NRW

Erhoben wird der Vorwurf vom Landesjagdverband (LJV) Nordrhein-Westfalen. Wer damit eigentlich getroffen werden soll, springt bei der Lektüre der diesbezüglichen Pressemitteilung ins Auge: Minister Johannes Remmel (Grüne) und seine Forstchef Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs.
Konkret geht es um zwei Drückjagden, die der Forst am 8. November und 20. Dezember 2014 im Revier Gut Burghof abgehalten hat. Laut LJV seien diese auf „eine jagdethisch völlig inakzeptable Weise“ durchgeführt worden. Der Verband prangert maßgeblich den Verstoß gegen die Grundsätze der deutschen Waidgerechtigkeit an. Begründet sei der Vorwurf damit, dass das Wild durch die lückenlose Einzäunung nicht die geringste Möglichkeit gehabt haben soll, sich der „unverhältnismäßig großen Anzahl von Jagdschützen“ zu entziehen. Besonders perfide seien zwei angelegte Zwangswechsel gewesen, da an der Engstelle Schützenstände aufgestellt waren. Daher fordert der Verband, den Jagdscheinentzug für alle beteiligten Jäger. Ein entsprechender Antrag sei bereits gestellt.
Laut Auskunft des Landesbetriebes fanden die Jagden auf 140 Hektar gegatterter Fläche statt. Beim ersten Termin seien demnach vier Stück Rotwild und drei Rehe erlegt worden, bei der zweiten Jagd sei überhaupt kein Stück zur Strecke gekommen.
Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Paderborn bestätigte gegenüber der Redaktion die Ermittlungen gegen – derzeit – zwei Bedienstete des Landesbetriebs. Wegen des Verdachts auf einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz, so die Anzeigeschrift. Landesbetriebsleiter Wiebe, der nur bei der Dezemberjagd teilgenommen haben soll, sei davon jedoch nicht betroffen.
„Die Vorwürfe sind alle haltlos“, äußerte sich dann auch Michael Blaschke, Pressesprecher des Landesbetriebs gegenüber jagderleben. Er halte das Vorgehen des LJV für einen Skandal. Man werde nun die Sache erst einmal rechtlich prüfen und dann regieren.
Gleichwohl hat der Vorgang in der Regionalpresse hohe Wellen geschlagen. In der „WAZ“ diagnostizierte CDU-Politikerin Christina Schulze-Föcking in Hinblick auf das kürzlich in Kraft getretene neue „ökologische“ Landesjagdgesetz „eine Doppelmoral im Hause Remmel“.
RJE