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Anwohner und Jäger im Konflikt

Jäger und Anwohner gerieten in Streit – ein Beschwerdebrief gelangte an die Presse (Symbolbild). © Michael Breuer

Bei Kapellendorf (Landkreis Weimarer Land/ Thüringen) sind am 6. Oktober Jäger und erboste Anwohner im Rahmen einer Treibjagd aneinandergeraten. Die Jagdpächterin berichtete der „Thüringer Allgemeinen“ einige der Anwesenden hätten sich „absolut daneben benommen“ und die Jäger beschimpft. Auslöser der Diskussion waren mehrere Schützen – die nach Ansicht der Ortsbewohner – zu nahe bei ihren Häusern Schüsse abgaben. Dass einer der Jäger sein siebenjähriges Kind auf der Jagd dabei hatte, erhitzte die Gemüter zusätzlich. Die Beschwerdeführerin der Anlieger richtete nach eigener Aussage einen Brief an die Thüringer Allgemeine, sowie den Landesjagdverband Thüringen und den DJV.

Landesjagdverband fürchtet Instrumentalisierung

Frank Herrmann, Geschäftsführer des Landesjagdverband Thüringen, erklärte gegenüber der Redaktion, ein solcher Brief sei beim Verband nie eingegangen. Er sei erst durch einen Pressevertreter über den Beschwerdebrief informiert worden. Auch der von den Anwohnern eingeforderte Mindestabstand von 200 Metern zu Wohnhäusern bei der Jagd finde sich nicht im Gesetz. Ebensowenig gebe es jagdgesetzliche Regelungen die es einem Erziehungsberechtigten verbieten, sein Kind mit zur Jagd zu nehmen. Der Vorfall habe sich künstlich hochgeschaukelt.

Die Verfasserin der Beschwerde sagte gegenüber der Redaktion, sie sei keine grundsätzliche Jagdgegnerin, sondern durch die vielen Schüsse in unmittelbarer Nähe und die abweisende Reaktion der Jäger verschreckt gewesen. 

Zum Vorwurf eines Ortsbewohners, Schrote seien auf seiner Terrasse in unmittelbarer Nähe eines Kleinkindes gelandet, konnte die Polizei gegenüber der Redaktion noch keine eindeutige Aussage treffen. Eine Anzeige liegt vor. Die Jagdpächterin behielt sich ihrerseits vor, rechtliche Schritte wegen Beleidigung oder eine Verleumdungsklage anzustrengen. CL


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
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