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Anpassung des Jagdgesetzes: Künftig auch Nachtjagd auf Rehwild?

Reinhard Schneider
am
Montag, 08.03.2021 - 11:30
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Hochsitz-Wald © MIR - stock.adobe.com
In einem 65seitigen Papier werden konkret die geplanten Neureglungen aufgeführt.

Einem in der Landesjägerschaft kursierenden internen Papier des Landwirtschaftsministeriums ist zu entnehmen, dass eine Novellierung des Landesjagdgesetzes in Mecklenburg-Vorpommern in Arbeit ist. In dem 65-seitigen Papier werden konkret die geplanten Neureglungen aufgeführt. Nach Ansicht des Landesjagdverbandes (LJV) enthalten sie erheblichen Sprengstoff.

So ist vorgesehen, Mindestabschusspläne für Rot-, Dam- und Rehwild der Altersklassen 0 und 1 sowie der Altersklasse 2 des weiblichen Wildes einzuführen. Solche Mindestabschusspläne ohne jegliche Deckelung würden die Kompetenzen der Hegegemeinschaften erheblich einschränken und ihre Sinnhaftigkeit in Frage stellen. Kritisch wertet der LJV die angestrebte Erweiterung der Nachtjagd auch auf das Rehwild. 

Hundeeinsatz statt "Jagdhundeeinsatz"

Des Weiteren soll es nach Informationen des LJV zur grundlegenden Überarbeitung des Jagdhundewesens kommen. So ist im jetzigen Gesetz der entsprechende Paragraf mit „Jagdhundeeinsatz“ überschrieben, im Entwurfspapier ist von „Hundeeinsatz“ die Sprache. Die Neuformulierung betrachtet der LJV mit großem Misstrauen, denn das könnte ein Schlag gegen das bewährte Jagdgebrauchshundewesen bedeuten. Der Landesjagdverband erhielt offiziell keine Kenntnis von dem Papier. Daher forderte er von Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) eine Stellungnahme. Eine Antwort liegt bisher nicht vor. „Wir sind enttäuscht, dass die Fachkompetenz der Landesjägerschaft nicht erwünscht ist“, erklärt Dr. Volker Böhning, Präsident des LJV Mecklenburg-Vorpommern. Auf Anfrage der Redaktion teilt das Schweriner Agrarministerium mit, dass es eine Novelle des Landesjagdgesetzes in dieser Legislaturperiode nicht mehr gebe. „Es gab aber im Zusammenhang mit der Novelle des Bundesjagdgesetzes eine Abfrage bei den unteren Jagdbehörden, welche Ideen dort existieren, das Landesjagdgesetz anzupassen“, sagt Pressesprecher Claus Tantzen. Und fügt an: „Solche Abfragen sind ein ganz gewöhnlicher behördeninterner Vorgang. Dazu braucht es keine Beteiligung irgendwelcher Verbände.“


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