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Anklage gegen Jäger abgelehnt

Das Amtsgericht Burg lehnte die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen einen Jäger aus Sachsen-Anhalt ab, der im Juni letzten Jahres bei einer Drückjagd einen Wolf erschossen hatte, den er für einen wildernden Schäferhund hielt.
Die Staatsanwaltschaft hatte den Jäger angeklagt, weil er ihrer Ansicht nach ein wild lebendes Tier getötet hatte, obwohl er wusste, dass es sich um eine streng geschützte Art handelt. Sie unterstellte einen vorsätzlichen Verstoß gegen Vorschriften des Bundesnaturschutzgesetzes in Verbindung mit der Artenschutzverordnung.
Das Amtsgericht Burg entschied jedoch, es läge kein hinreichender Tatverdacht vor, dass der Angeschuldigte den Wolf vorsätzlich getötet habe. Er habe geglaubt, einen wildernden Hund vor sich zu haben und das Gegenteil könne man weder unterstellen, noch beweisen. Auch für einen fahrlässigen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz liegt kein hinreichender Tatverdacht vor, da der Jäger oder ein objektiver Dritter in der konkreten Situation nicht davon ausgehen musste, mit einem Wolf zusammenzutreffen. Es reicht nicht aus, dass in der Presse über Sichtungen von Wölfen in Sachsen-Anhalt berichtet worden sei. Im Jagdgebiet selber seien bislang keine Wölfe aufgetreten. Ein strafbares Handeln ist dem Jäger daher nicht vorzuwerfen. Dr. Thomas Rincke

Bild: In den vergangenen Jahren kam es in Deutschland zu mehreren Wolfstötungen auf Grund von Verwechslungen oder Rechtfertigungsirrtümern, wie bei diesem Wolf in Niedersachsen. Die Konsequenzen für die Schützen waren recht unterschiedlich. (Foto: Klaus Bullerjahn)