+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 94 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 27.10.2020) +++
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Afrikanische Schweinepest: Neue Anordnungen für Jäger in Sachsen

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Montag, 20.04.2020 - 12:12
Schwarzwild-Wildunfall © Mario Hoesel - stock.adobe.com
In Sachsen wurden mit einer Allgemeinverfügung weitere Maßnahmen zur Meldung und Beprobung von Schwarzwild festgelegt.

Die drohende Afrikanische Schweinepest, welche nur noch zehn Kilometer von der polnisch-deutschen Grenze entfernt ist, zieht nun weitere Anordnungen für Jäger nach sich. Die Landesdirektion Sachsen veröffentlichte am 15. April eine Allgemeinverfügung, die alle Jäger in Sachsen betrifft. Demnach muss jedes Stück Schwarzwild, das als Fallwild gefunden oder Opfer eines Wildunfalls wurde, fortan untersucht werden. Dazu müssen die Jagdausübungsberechtigten einen Fund „unverzüglich unter Angabe des Fund- bzw. Erlegungsortes bei dem jeweils örtlich zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt (LÜVA) der Landkreise und Kreisfreien Städte anzeigen“, heißt es in der Allgemeinverfügung. Auf Nachfrage der Redaktion bei der Landesdirektion, was "unverzüglich bedeutet", heißt es: "Eine Handlung ist „unverzüglich“ erfolgt, wenn sie innerhalb einer nach den Umständen des Einzelfalls zu bemessenden Prüfungs- und Überlegungszeit vorgenommen wird. Es handelt sich also nicht um eine fest umrissene Fristbestimmung." 

Dafür erhalten die Jäger eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 30 Euro. Diese muss beim zuständigen Veterinäramt beantragt werden. Sollten die Jäger ein Stück nicht melden, entfalle die amtliche Kenntnisnahme des toten Stückes sowie die ausgezahlte Aufwandsentschädigung.

Gegenüber der Redaktion gab ein Sprecher der Landesdirektion an, dass dann weitere Anordnungen wie Probenentnahme sowie Bergung folgen können. Dies kann entweder durch den Jäger oder durch das Landratsamt erfolgen, hänge aber von der jeweiligen Absprache nach der Anzeige des Fundes ab.

Bautzen und Görlitz: Jedes erlegte Stück muss geprobt werden

Darüber hinaus gibt es für den an Polen angrenzenden Landkreis Görlitz sowie den benachbarten Landkreis Bautzen eine zweite, ergänzende Allgemeinverfügung. Durch diese wird angeordnet, dass jeder Jagdausübungsberechtigte, der in einem dieser beiden Landkreise jagt, bei jedem erlegten Stück Schwarzwild Proben entnehmen muss. Die Blutproben auf ASP müssen mit einem Begleitschein beim örtlichen Veterinäramt abgegeben werden.

Mit Nachkommen dieser Pflichten, erhält der Jäger eine Aufwandsentschädigung von 10 Euro. Das Stück darf erst dann vermarktet werden, wenn das virologische Untersuchungsergebnis negativ ist. Die eingesandten Proben zur Untersuchung auf ASP würden, nach Angabe der Landesdirektion Sachsen, arbeitstäglich untersucht werden. 

Aufbruch und Schwarte der in diesem Landkreis gestreckten Wildschweine dürfen nur noch über die Tierkörperbeseitigung entsorgt werden. 

Zur Vorsorge gegen die ASP hatte Sachsen bereits vor einiger Zeit einen Schutzzaun an der polnischen Grenze errichtet.


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