+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 91 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 23.10.2020) +++
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Afrikanische Schweinepest: Ministerium appelliert an Jäger

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Kathrin Führes
am
Mittwoch, 07.10.2020 - 11:50
Wildschwein-Rotte © WildMedia - stock.adobe.com
Schwarzwild soll in ganz Brandenburg verstärkt bejagt werden.

Mit einem Erlass vom 2. Oktober 2020 hat das Verbraucherschutzministerium eine verstärkte Bejagung von Schwarzwild in allen Kreisen des Landes Brandenburg außerhalb von ASP-Restriktionszonen angeordnet. Außerdem sollen Jäger verstärkt Fallwild suchen. Jäger in den Kreisen Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree, Spree-Neiße, Dahme sowie Spreewald und Oberspreewald-Lausitz müssen bei erlegten Wildschweinen "unverzüglich Proben zur virologischen Untersuchung auf ASP" entnehmen.

Wie ein Ministeriumssprecher gegenüber der Redaktion angibt, handle es sich trotz der Wortwahl „anordnen“ jedoch bislang nur um einen dringenden Appell an die Jägerschaft, eine Verpflichtung zur verstärkten Bejagung und Fallwildsuche würde nicht bestehen.

Durch die aktuelle Gefährdungslage seien die Maßnahmen aber unbedingt erforderlich, so das Ministerium in dem Erlass. In Brandenburg ist mittlerweile in drei Landkreisen die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen. Kadaverfunde würden auf einen Ausbruch der Krankheit in der ersten Juli-Hälfte hindeuten. Das gefährdete Gebiet wurde nun deutlich in nördliche Richtung bis Märkisch-Oderland verlängert und umschließt Frankfurt (Oder). Das erste Kerngebiet im Landkreis Spree-Neiße sowie Oder-Spree umfasst derzeit eine Fläche von rund 150 Quadratkilometern. Das zweite Kerngebiet, im Landkreis Märkisch-Oderland, eine Fläche von rund 45 Quadratkilometern. Das vergrößerte gefährdete Gebiet befindet sich nun auf rund 2.200 Quadratkilometern. In diesen Gebieten ruht die Jagd auf alle Wildarten vorerst.

Erntemaßnahmen im Sperrgebiet

Wie die „Märkische Allgemeine“ berichtet, wurde vier landwirtschaftlichen Betrieben eine Sondergenehmigung zu Erntearbeiten in der Sperrzone erteilt. Diese gilt ausschließlich zur Sicherstellung der Versorgung eigener Tierbestände, wird das Landratsamt Oder-Spree zitiert. Jedoch hätten Landwirte auch, unerlaubterweise, in dem Gebiet Kartoffeln geerntet. Das Veterinär-und Lebensmittelüberwachungsamt habe die Tätigkeiten sofort einstellen lassen. Landwirtschaftliche Tätigkeiten müssen mindestens bis zur Fertigstellung des Zaunbaus ruhen, so der Landkreis.

Hier finden Sie den Erlass


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