Home News Afrikanische Schweinepest: Brandenburg stellt Maßnahmen vor

Afrikanische Schweinepest: Brandenburg stellt Maßnahmen vor

Hannah Reutter. © Hannah Reutter
Hannah Reutter
am
Donnerstag, 10.09.2020 - 12:36
1 Kommentar
Totes Wildschwein liegt auf Waldboden © joppo - stock.adobe.com
Nach dem Fund eines ASP-positiven Stück Schwarzwilds in Brandenburg, äußerte sich nun zuständige Ministerium.

Nach der Pressekonferenz von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat sich nun auch das zuständige Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz geäußert. Im Rahmen einer Monitoringuntersuchung sei bei dem aufgefundenen Kadaver die ASP nachgewiesen worden. Das Landeskrisenzentrum sowie die lokalen Krisenstäbe der Landkreise Oder-Spree und Spree-Neiße seien aktiviert worden. 

Nun soll zuerst festgestellt werden, in wie weit sich die Seuche bereits ausgebreitet hat. Die Fundstelle selbst sei zunächst gesichert und desinfiziert worden. Weiterhin werde ein vorläufiges gefährdetes Gebiet mit einem Radius von mind. 15 Kilometern ausgewiesen. Dies ragt in beide Landkreise sowie nach Polen hinein. Jedoch müsse man bei der genauen Festlegung des gefährdeten Gebiets auf die topografischen Gegebenheiten vor Ort eingehen.

Die zuständige Ministerin Ursula Nonnenmacher betont: "Wir müssen alles versuchen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern!" In diesem Zusammenhang verkündete sie die örtlichen Maßnahmen innerhalb des 15-Kilometer-Radius:

  • Organisation der Fallwildsuche 
  • Überprüfung der schweinehaltenden Betriebe
  • forst- und landwirtschaftliche Maßnahmen werden eventuell untersagt
  • Jäger, die zusätzlich Schweinehalter sind, werden ermittelt
  • Jäger, die sich in letzter Zeit schon stark eingebracht haben, sollen weiter informiert werden
  • Es dürfen keine Schweine und kein Schweinefleisch aus dem gefährdeten Gebiet verbracht werden.

Im vorläufig gefährdeten Gebiet wird eine Kernzone von mind. drei Kilometern eingerichtet. Diese soll eingezäunt und ein Betretungsverbot verhängt werden, so der Landestierarzt Dr. Stephan Nickisch.

Die Ministerin betont, dass der finanzielle Anreiz bei der Fallwildsuche sehr gut funktioniert hat. Seit Einführung der Prämie sei es zur einer Steigerung des Probeaufkommens um 30 % gekommen. 

Das Landeslabor Berlin-Brandenburg sowie das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) sollen weitere Untersuchungen, auch genomische und epidemioloische Analysen, durchführen. Eventuell kann so geklärt werden, woher das infiizierte Stück Schwarzwild kommt.

Den Maßnahmenkatalog des DJV und des FLI finden Sie hier:


Kommentieren Sie