+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 91 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 23.10.2020) +++
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Afrikanische Schweinepest Brandenburg: So läuft die Suche vor Ort

Rasso Walch © Markus Werner
Rasso Walch
am
Freitag, 18.09.2020 - 17:30
Wildschwein-Kadaver-ASP © DRB
Bisher hatte der Suchtrupp im Landkreis Spree-Neiße vier Funde, bei denen es sich eindeutig um Schwarzwildkadaver handelt.

Offiziell sind (Stand: 21.9.) 20 Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Brandenburg durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Doch die Suche nach Kadavern läuft weiter. Der Landkreis Spree-Neiße, in dem das erste infizierte Stück Schwarzwild gefunden wurde, wird täglich von einem Suchtrupp von 30 bis 40 Personen durchstreift. Wir haben uns mit einem der Teilnehmer über den Ablauf der Suche unterhalten.

ASP-Kadaver-Fundort © DRB

Die Fundorte werden abgesperrt.

Vier Kadaver und diverse Knochenfunde

Die Suche läuft demnach sehr gezielt ab. Ein Mitarbeiter des Vermessungsamts sorgt dafür, dass die Menschenkette immer auf Kurs bleibt und so keine Flächen vergessen werden. Der Abstand zwischen den Teilnehmern des Suchtrupps beträgt dabei nicht mehr als fünf Meter – in unübersichtlichem Gelände wie Dickungen in der Regel deutlich weniger. Es wird stets darauf geachtet, dass alle auf gleicher Höhe sind.

Bei der Suche in den vergangenen drei Tagen fand der Trupp – hauptsächlich aus Mitarbeitern des Forstamts bestehend – auf diese Weise vier Kadaver bei denen es sich eindeutig um Schwarzwild handelt. Alle davon waren bereits stark verwest und angefressen – konkrete Hinweise auf die Tierseuche waren somit auf den ersten Blick nicht mehr festzustellen. Hinzu kommen diverse Knochenfunde, bei denen allerdings auf den ersten Blick nicht gesagt werden konnte um was für eine Tierart es sich dabei handelt.

Desinfektion-Afrikanische-Schweinepest © DRB

Die Teilnehmer des Suchtrupps werden regelmäßig desinfiziert.

Sobald es zu einem Fund in der Kette kommt, wird durch ein lautes "Stopp!" die Suche unterbrochen. Die Truppführer (Mitarbeiter des Veterinäramts, der Unteren Jagdbehörde und des Katastrophenschutzes) gehen zum Fund und sperren diesen umgehend ab, anschließend informieren sie den Bergetrupp, der vom Veterinäramt geleitet wird. Dieser kümmert sich in der Folge beispielsweise auch um die Beprobung des Funds. Damit der Erreger nicht durch den Suchtrupp weitergetragen wird, erfolgt am Ende einer jeden Fläche eine Desinfektion der Teilnehmer.

Auf noch lebende Wildschweine sei man in den vergangenen Tagen nicht gestoßen. Ob dies daran liegt, dass es in den durchsuchten Gebieten wenig Schwarzwild gibt, diese vor Eintreffen des Suchtrupps die Flucht ergriffen haben oder ob das Schwarzwild durch die ASP bereits in seinem Bestand deutlich dezimiert wurde, konnte der Teilnehmer des Suchtrupps der Redaktion wegen mangelnder Ortskenntnis nicht sicher sagen. In den kommenden Tagen und Wochen wird die Suche auf jeden Fall weiter fortgesetzt und soll auch auf den gefährdeten Bereich ausgeweitet werden.


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