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Afrika will Jagd auf Nashörner und Elefanten vereinfachen

Breitmaulnashorn-Afrika © Nicole - stock.adobe.com

Namibia will zur Großwildjagd blasen: Breitmaulnashörner sollen künftig wieder als Jagdtrophäen ausgeführt werden dürfen. «Die Population ist in 43 Jahren seit ihrer Wiederansiedlung nicht deutlich geschrumpft», schreibt die Regierung. Sambia hat ähnliche Pläne mit seinen Elefanten: «Die wilde Population ist groß (etwa 27 000 Tiere) und stabil», heißt es dort. Dies sind nicht die einzigen Länder, die den Schutz der Tiere aufweichen wollen: Botswana, Simbabwe, Eswatini (früher: Swasiland) auch. Sie wollen "nicht kommerziellen" Handel treiben mit Elfenbein und Tierhäuten.

Auf der Artenschutzkonferenz in Genf (17. bis 28. August) wird über entsprechende Anträge dieser Länder abgestimmt. Dort tagen die 183 Vertragsstaaten des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (Cites). Der 1973 in Washington unterzeichnete Vertrag schränkt den Handel mit mehr als 5000 Tier- und rund 30 000 Pflanzenarten ein oder verbietet ihn.

Tierschützer fordern internationales Handelsverbot von Elfenbein

Tierschützer sind alarmiert: «Solche Anträge gab es schon einmal 2007, die Folgen waren verheerend», sagt Daniela Freyer, Mitgründerin der Organisation Pro Wildlife. Damals durften die Länder Lagerbestände verkaufen, aber dem Elfenbein ist nicht anzusehen, ob es aus einem Lager oder von einem frisch getöteten Tier stammt. «Auf dem Höhepunkt der Wildereikrise sind zwischen 2010 und 2012 mehr als 100 000 Elefanten gewildert worden», sagt Freyer. «Es werden schätzungsweise immer noch 20 000 nur wegen ihres Elfenbeins im Jahr getötet.»

«Wir verlangen ein komplettes, nationales und internationales Handelsverbot für Elfenbein», sagt Ralf Sonntag, der für den Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) bei der Cites-Tagung ist. Den Schutz zu lockern wäre ein falsches Signal. Der Handel werde nie überall lückenlos überwacht, eine Lockerung kurbele deshalb die Wilderei an. Kriminelle könnten dann illegales Elfenbein falsch deklarieren und als legale Ware verkaufen. Auch in der EU gebe es Schlupflöcher, etwa, weil älteres Elfenbein noch gehandelt werden dürfe. «Ausnahmen sollten allenfalls für antike Kunstwerke mit geringem Elfenbeinanteil von 200 bis 300 Gramm gelten, oder für antike Musikinstrumente.» dpa


Redaktion Niedersächsischer Jäger Seit über 60 Jahren ist der Niedersächsische Jäger das Jagdmagazin zwischen Ems und Elbe.
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