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Ärger um Rinderabschuss

Foto: S. Tausche


Einen hässlichen Shitstorm gegen Jagd und Jäger im Internet erzeugte eine Aktion des Ordnungsamtes im Kreis Pinneberg. Das hatte den Abschuss von insgesamt 21 Wiederkäuern auf einer vernachlässigten Weide im schleswig-holsteinischen Bokholt-Hanredder angeordnet. Mehrmals waren die Highland- und Gallaway-Rinder ausgebüxt. Nach dem letzten Ausbruch am Dienstag befürchteten die Ordnungshüter, dass die Herde auf die Autobahn A 23 oder die Landstraße 75 laufen könnte. Im Beisein von Tierärzten wurden alle anderen möglichen Maßnahmen als unzureichend oder ungeeignet befunden. Am Ende entschieden sich die Verantwortlichen für einen fachgerechten Abschuss - fünf Jäger erklärten sich bereit, eine gesonderte Schießerlaubnis wurde erteilt.
Inzwischen richten sich die Vorwürfe nicht nur gegen den offenbar überforderten Landwirt aus Bullenkuhlen. Unter Beschuss gerät ebenso der NABU Elmshorn, wie ein Pressesprecher des Kreises Pinneberg mitteilte. Der Verein ist Eigentümer der zehn Hektar großen Fläche auf dem die Rinder weideten und soll von den Zuständen gewusst haben: unzureichende und ständig niedergetrampelte Zäune, die zum Schluss nicht mal mehr unter Strom standen. Ausserdem seien die Rindviecher völlig verwildert gewesen.
Inzwischen ermittelt der Kreis Pinneberg unter anderem wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Als Veterinäre zwei Tage nach dem Abschuss die Weide aufsuchten, bekamen sie einen weiteren Schock. Auf der heruntergekommenen Nachbarweide, die auch dem NABU gehören soll, fanden sie sieben völlig abgemagerte Pferde. Vorwurf der Veterinäre zu den Pferden und Rindern: Keine artgerechte Haltung, der NABU trägt Mitschuld.
PB


Vor gut einem Jahr geriet der NABU schon ein mal in Kritik, weil auf Vereinsflächen Pferde und Rinder ertranken. Mehr dazu lesen Sie hier.