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Ärger mit Bibern

Biber verursachen enorme Schäden. Foto: Bernhardt Reiner © Bernhardt Reiner

Vor 40 Jahren noch galt der Biber als ausgestorben, doch inzwischen ist er im "Ländle" wieder da. In Ulm z. B. gestalten einige Biber den Stadtpark auf ihre Weise um und die Stadt möchte die geschützten Tiere wieder loswerden. Ein Antrag auf Umsiedlung beim Regierungspräsidium Tübingen soll es richten. In Baden-Württemberg wurde Europas größter Nager in diesem Jahr erstmals wieder in allen Landkreisen gesichtet. Insgesamt wird der Bestand auf rund 1500 Tiere geschätzt. In den 1960er Jahren wurde er in Bayern ausgewildert, kam 1989 über die Donau nach Baden-Württemberg und breitet sich weiter aus. Konflikte bleiben aber nicht aus, zumal der Biber andere Vorstellungen von Landschaftspflege hat als der Mensch. Überflutete Wiesen, untertunnelte Wege, Fraß an Bäumen und Feldfrüchten sorgen für Ärger, zumal Landwirte die Schäden selbst tragen müssen. Was der Biber anrichte, widerstrebe dem süddeutschen Ordnungssinn, sei aber in vielen Fällen harmlos, meinen Mitarbeiter der Naturschutzverwaltung. In der Landwirtschaft sorge der Biber durch die von ihm ausgelösten Überschwemmungen dafür, dass der gesetzlich vorgeschriebene Gewässerrandstreifen eingehalten wird, und schaffe damit Lebensräume für Amphibien. Eine Biberplage sei nicht zu befürchten. Wenn alle Reviere besetzt seien, gebe es weniger Nachwuchs und harte Kämpfe die manches Tier nicht überlebt. An eine Umsiedlung glaubt in Ulm ohnehin keiner so recht. Denn im nächsten Jahr wäre wieder ein neuer Biber da. dpa