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Änderung Landesjagdgesetz Sachsen-Anhalt

Der Gesetzesentwurf sieht die Erlaubnis von Schalldämpfern vor (Symbolbild).


Nach der grundlegenden Novellierung des Jagdgesetzes im Jahr 2011, will die Landesregierung dieses erneut „an aktuelle Erfordernisse anpassen“. Der Gesetzentwurf sieht vor, Schalldämpfer zukünftig für die Jagd zu erlauben. Nach ursprünglichen waffenrechtlichen Bedenken und Sicherheitsvorbehalten die mittlerweile ausgeräumt seien und mehreren Ländern, die diese bereits erlaubt hätten, hat sich die Haltung des zuständigen Ministeriums in Sachsen-Anhalt geändert.

Außerdem sieht die Novellierung künftig eine Duldungspflicht der Jagdnachbarn für das Überjagen der Reviergrenzen von Stöberhunden bei Bewegungsjagden vor. Über eine neue Wildart im Jagdrecht dürfen sich die Jäger in Sachsen-Anhalt nach Willen des Ministerium auch freuen. Zur Umsetzung von EU-Recht soll die Nilgans als invasive Art, ohne Hegepflicht, künftig bejagbar sein.

Futter zur Niederwildhege erlauben

Zudem wird der Umgang mit Beutegreifern neu geregelt. So werden die jagdrechtlichen Handlungsmöglichkeiten der oberen Jagdbehörde zum Schutz geschützer oder streng geschützer Tierarten vor Prädatoren erweitert. Künftig soll sie den Fang nicht nur von Federwild, sondern von Wild allgemein, mit Fallen, Netzen, Reusen oder ähnlichen Einrichtungen gestattet dürfen. Dieses Wild darf außerdem auch getötet werden.

Auch die Niederwildhege findet in der Gesetznovellierung seinen Platz. Bezugnehmend auf den Bedarf an eiweißhaltigen Futtermitteln zur Aufzucht von Jungvögeln in den ersten Lebenstagen, will man eine Ausnahme vom Verbot solcher Futtermittel schaffen. Dieses Verbot wurde im Jahr 2001 vor dem Hintergrund der BSE-Krise in das Landesjagdgesetz aufgenommen. Der Gesetzentwurf soll demnächst in den Landtag eingebracht werden, ein Termin steht allerdings noch nicht fest. KF


Kathrin Führes geboren in Lingen, Jagdschein seit 2014, hat nach dem Abitur Forstwissenschaft an der TU München studiert und ist nun seit 2015 bei der PIRSCH.
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