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Änderung des Jagdgesetzes (JWMG) in Baden-Württemberg geplant

Rasso Walch © Markus Werner
Rasso Walch
am
Mittwoch, 22.01.2020 - 12:30
Rehbock mit Gehörn im Bast steht im Wald © Erich Marek
Der Anhörungsentwurf sieht ein Verschiebung der allgemeinen Schonzeit in Baden-Württemberg vor. Begründet wird dies mit wildtierbiologischen und waldwirtschaftlichen Erkenntnissen.

Das Ministerium für Ländlichen Raum in Stuttgart (Baden-Württemberg) arbeitet momentan an einer Änderung des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes (JWMG). Aus dem Gesetzesentwurf, der unter anderem dem LJV wie auch dem ÖJV zur Anhörung bis zum 10. Januar vorgelegt wurde, gehen diverse geplante Neuerungen hervor. Einige davon beziehen sich auf die Einführung von Stadtjägern im befriedeten Bezirk.

Zudem soll die Regelung des Bundesjagdgesetzes zu halbautomatischen Waffen übernommen werden (mit max. drei Schuss geladen). Zur Beizjagd auf Flugwild müsste in Zukunft kein geeigneter Hund mehr mitgeführt werden – da keine Nachsuchen bei dieser Jagdart anfallen, die einen Hundeeinsatz notwendig machen würden. Per Allgemeinverfügung soll es der Unteren Jagdbehörde möglich sein, Leinenzwang bei Hunden nicht nur im Wald, sondern auch im Feld zu verordnen. Zudem wäre dies nicht nur während der allgemeinen Schonzeit möglich sondern auch während der Brut- und Aufzuchtzeit.

Verschiebung der allgemeinen Schonzeit

Die allgemeine Schonzeit – bisher von 1. März bis 30. April – soll um zwei Wochen nach vorne verschoben werden. Begründet wird dies mit „wildtierbiologischen und waldwirtschaftlichen Erkenntnissen.“ Durch die Verschiebung der Jagdruhezeit und einer darauffolgenden Änderung der Jagdzeiten (z.B. bei Rehwild) könnten „vermehrt auftretende klimabedingte Waldschäden […] vermindert werden.“

Wildschadensersatzpflicht kann entfallen

Der Änderungsentwurf beinhaltet außerdem Neuerungen im Bereich der Wildschadensersatzpflicht. Demnach könnte die Ersatzpflicht vollständig oder teilweise entfallen, wenn die geschädigte Person nicht nachweist, dass sie „allgemein zumutbare und übliche Obliegenheiten zur Erleichterung der Bejagung und zur Verhütung von Wildschäden ergriffen hat.“ Des weiteren wird der Rahmen für eine „Wildschadenskasse“ festgelegt.

Das Betreten von Jagdeinrichtungen ohne Befugnis könnte nach der Änderung als Ordnungswidrigkeit geahndet werden und Schäden durch Luchse sollen aus Haushaltsmitteln beglichen werden. Wann und in welchem Umfang die geplanten Änderungen tatsächlich in Kraft treten bleibt abzuwarten.