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Absturz nach Gamsjagd

Der Jagdbegleiter des Verunglückten an der Absturzstelle.  Foto: LPD Kärnten © LPD Kärnten

Ein Sprecher der kärntner Polizei bestätigte den Vorfall gegenüber jagderleben und übermittelte die offiziell Darstellung des Falles. Demnach erlegten zwei Jäger im sogenannten Trattenbachgraben des Gemeindejagdgebiets von Maria Luggau einen Gamsbock. Anschließend wollten sie diesen aus dem Gelände bringen. Einer der Jäger, ein 47-jähriger Lesachtaler, führte dabei seinen vierjährigen Jagdgebrauchshund an der Leine. Am Ende des Grabens geschah das Unglück.
Nach Erkenntnissen der Ermittler sprang der Hund überraschend für den Jäger von der Betonmauer einer Wilbachsperre auf die gegenüberliegende Grabenseite. Dabei verlor der Mann, der die Hundeleine um seine Hand gewickelt hatte, das Gleichgewicht und stürzte rund drei Meter tief in das mit Steinen und Baumstämmen verlegte Bachbett. Dabei zog er sich schwere Kopfverletzungen zu.
Sein Jagdbegleiter verständigte über Notruf die Rettungskräfte. Nach ärztlicher Erstversorgung durch einen Flugnotarzt wurde der Verunfallte vom Rettungsteam mittels Seil geborgen und ins Spital nach Lienz geflogen. Neben der Hubschrauberbesatzung waren 14 Mann der Bergrettung Lesachtal und ein Beamter der Alpinpolizei an dem Rettungseinsatz beteiligt.
Im abgelaufenen Sommer kam es im Alpenraum zu verschiedenen Vorfällen, bei denen Hunde eine Rolle spielten. Mehrmals wurden Wanderer von Almvieh angegriffen, weil sie in Begleitung eines Vierbeiners waren. Eine deutsche Touristin kam dabei ums Leben. Am Watzmann wurde ein Salzburger mit seinem Hund von einem Steinbock attackiert (jagderleben berichtete hier).
Experten verweisen darauf, dass im Gebirge ohnehin nur Hunde mitgeführt werden sollen, die absolut gehorsam sind. Diese müssten dann an schwierigen Stellen von der Leine genommen werden, damit sie ihren Führer nicht aus dem Gleichgewicht bringen und damit gefährden können. Auch das Durchqueren von Almgebietenen soll unangeleint erfolgen, um Hund und Führer dem Weidevieh nicht als "einheitliche" Bedrohung erscheinen zu lassen.
JMB