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Absicherung sorgte für Streit

Ob Holzfällarbeiten oder Jagdbetrieb: Eine effektive Absicherung sollte selbstverständlich sein. Foto: LBG NOS © LBG NOS

Das hört sich nach einem Schild(er)bürgerstreich an: Nach einer ordnungsgemäß durchgeführten Drückjagd in einem Revier in Mähringen (Landkreis Tübingen)gerieten der zuständige staatliche Revierleiterund derprivate Jagdpächter aneinander. Der Grund: Die Sicherungsmaßnahmen seien zu weit gegangen und Absperrbänder, mit denen Hinweisschilder auf die Jagd an Bäumen befestigt wordenwaren, wurdennach Meinung des Forstbeamten nicht schnell genug wieder entfernt.
„Die Überbleibsel dieser Sperrung in Form von abgerissenem rot-weißem Absperrband waren an den entsprechenden Waldeingängen zwei Tage nach der Jagd noch sichtbar“, beklagte sich der Revierleiter.Und machte auch gleich nochauf die Rechtslage aufmerksam: „Laut §38 des Landeswaldgesetzes BaWü ist es Ihnen als Jagdpächter nicht gestattet, Teile des von Ihnen bejagten Waldes abzusperren“.
Na sowas?, fragt sich neben dem Jagdpächter vielleicht auch der unbedarfte Leser. Sollte nicht alles unternommen werden, um Waldbesucher auf eine Jagd aufmerksam zu machen,damit diese beim Waldspaziergang keiner Gefährdung ausgesetzt sind?
Dem Forstmann geht dies jedoch zu weit: Landesweit sei es üblich, so der Revierleiter, auch bei großen Jagden lediglich Hinweisschilder aufzustellen, die auf eine Bewegungsjagd hinweisen und die Waldbesucher darauf aufmerksam machen, dass im betreffenden Waldstück erhöhte Aufmerksamkeit geboten ist. „Das freie Betretungsrecht des Waldes bleibt aber unberührt“, winkteer weitermit den Paragrafen.
Der Jagdleiter sieht dies allerdings anders und konterte: „Während der Drückjagd waren trotz aller Warnhinweise drei Jogger in dem Wald unterwegs, einer davon sogar abseits der Waldwege. Wenn ich eine Drückjagd durchführen muss, bleibt die Verantwortung alleine bei mir, deshalb werde ich auch in Zukunft alle erdenklich Möglichkeiten nutzen, um einen Jagdunfall zu verhindern. Aus diesem Grund werde ich auch bei künftigen Drückjagden so verfahren.“ BHA