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Abschuss von Problemwölfen: Wolfsverordnung wird novelliert

Phil Kahrs © Phil Kahrs
Phil Kahrs
am
Donnerstag, 09.06.2022 - 17:06
Wolf-Wald © ©Angelika Bentin - stock.adobe.com
Fast 400 Fälle von Nutztierrissen durch Wölfe gab es allein in 2021 in Brandeburg.

Das brandenburgische Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) will die sogenannte Brandenburgische Wolfsverordnung weiterentwickeln. Das teilte das MLUK am 8. Juni in einer Presseerklärung mit. 2018 hatte das Ministerium als erstes Bundesland eine rechtliche Grundlage für den Umgang mit Wölfen geschaffen, die für Risse an Nutztieren verantwortlichen sind. Dieses Gesetzeswerk soll nun novelliert werden.

Seit Beginn der Wiederansiedlung des Wolfs in Deutschland habe das Land Brandenburg auf Aufklärung, auf den Dialog mit den Landnutzungs- sowie Naturschutzverbänden und auf die Prävention von Wolfsübergriffen, also den Herdenschutz, gesetzt, heißt es in der Pressemitteilung. Nutztierhalter wären bei Nutztierrissen vom Land durch Beihilfen entschädigt worden.

Umwelt- und Agrarminister Alex Vogel erklärte: „Mit der Novellierung der Wolfsverordnung nehmen wir Anpassungen an das geänderte Bundesnaturschutzgesetz vor und reagieren auf die im Vollzug der bisherigen Verordnung gemachten Erfahrungen und Entwicklungen mit dem Rissgeschehen.“ So soll es in Zukunft möglich sein, dass bei wiederholten Nutztierrissen die verantwortlichen Wölfe entnommen werden können, wenn ein ernster landwirtschaftlicher Schaden drohe. Voraussetzung hierfür sei, dass ein zumutbarer Herdenschutz bestehe und die Übergriffe mindestens zweimal innerhalb von vier Wochen in einem räumlichen Zusammenhang geschehen sind.

Genaue rechtliche Prüfung

Das Landesamt für Umwelt sei jedoch dazu angehalten genau zu prüfen, ob keine „zumutbaren Alternativen zur Entnahme“ bestünden, um Schäden von den Nutztierhalten abzuwenden. Vor allem sei auch die zweifelsfreie genetische Identifizierung der verdächtigen Wölfe rechtliche Voraussetzung. Minister Alex Vogel erklärte, dass es „bei der Neufassung der Verordnung [darum ginge], die rechtlichen Handlungsspielräume auszuschöpfen. Gleichzeitig muss die nationale und europäische Rechtsprechung berücksichtigt werden“. Alex Vogel gab an, dass „nach der abschließenden Beteiligung der Verbände im Juni die Verordnung mit der Bekanntmachung im Amts- und Verordnungsblatt in Kraft treten“ solle.

Derzeit leben 49 Rudel und acht Wolfspaare nebst mehrerer Einzeltiere in Brandenburg. Das Bundesland hat damit eine der höchsten Wolfsdichten in Deutschland. 2020 gab das Land 1,8 Millionen Euro Fördersumme für den Herdenschutz aus. 2021 musste das Land Brandenburg in 376 Fällen insgesamt knapp 190.000 Euro Ausgleichszahlungen an von Nutztierrissen betroffene Nutztierhalter auszahlen.


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