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Abschuss mit Folgen

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Dienstag, 29.09.2015 - 02:00
Jung vor Alt: Nur dann darf ein führendes Stück erlegt werden. Foto: Erich Marek © Erich Marek
Jung vor Alt: Nur dann darf ein führendes Stück erlegt werden. Foto: Erich Marek

Die Tat ereignete sich bereits am 26. November letzten Jahres. Mehrere Jäger versammelten sich an diesem Tag im Revier Glashütte in Kreuth zu einer Drückjagd der Bayerischen Staatsforsten. Zunächst hatte ein Berufsjäger eine Gamsgeiß vor. Da er sich aber nicht sicher war, ob das Tier führend gewesen sei, habe er es ziehen lassen, schilderte der Waidmann das Geschehene vor Gericht. Anders entschied sich dann der 43-jährige Jäger auf dem rund 100 Meter benachbarten Stand und erlegte die Gams. Wenig später stellte sich heraus, dass das Gesäuge der Geiß voller Milch war. Eine Selbstanzeige beim Landratsamt folgte. Vor wenigen Tagen musste sich der Angeklagte nun für den Fehlabschuss vor Gericht verantworten. Dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft, vorsätzlich in Kauf genommen zu haben, ein führendes Tier zu erlegen, folgte Richter Walter Leitner nicht: In diesem Fall sei es „ein fahrlässiges Vergehen“ gewesen. „Die Aussage des Berufsjäger war ganz entscheidend“, so der Amtsrichter im Gespräch mit der Redaktion. Zudem habe die Selbstanzeige das Urteil wesentlich beeinflusst. Der 43-Jährige wurde zu 30 Tagessätzen je 50 Euro (insgesamt 1.500 Euro) verurteilt. Die Staatsanwaltschaft forderte 70 – damit wäre der Jagdschein des Angeklagten weg gewesen. Sofern bis zum kommenden Freitag keine Rechtsmittel eingelegt werden, ist das Urteil rechtskräftig.
MH


Aktualisierung vom 7. Oktober 2015

Eine Gerichtssprecherin teilte heute mit, dass das Urteil nicht rechtskräftig ist. Der Angeklagte legte Rechtsmittel ein.
MH