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Abschuss von Elterntieren: Straftat oder Ordnungswidrigkeit?

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Kathrin Führes
am
Sonntag, 14.03.2021 - 07:45
Alttier-mit-Kalb © shaftinaction - stock.adobe.com
Niedersachsen will mehr Sicherheit beim Erlegen von Alttieren schaffen.

Die Jagdgesetznovellierung in Niedersachsen sorgt derzeit für Diskussionen. So stand der Vorwurf im Raum, das Ministerium wolle den Abschuss von Ricke/ Alttier vor dem Kitz/ Kalb künftig nicht mehr als Straftat ahnden, sondern nur noch als Ordnungswidrigkeit. Auf Nachfrage der Redaktion bezog das Landwirtschaftsministerium dazu nun Stellung.

Derzeit sei in Niedersachsen in den Gesetzestexten weder der Beginn des Bejagungsverbots noch sein Ende bestimmt. Gerichte würden daher derzeit auf die allgemeine Setz- und Brutzeit des NWaldLG (1. April bis 15 Juli) zurückgreifen. Diese Einordnung würde aber aus Tierschutzsicht den Anforderungen nicht umfänglich gerecht werden. „Sicher ist, dass Alttiere von Rot- und Damwild auch nach dem 15. Juli für die Aufzucht erforderlich sind. Gleichzeitig muss es im Laufe eines Jagdjahres möglich sein, in die Zuwachsträger (Alttiere) einzugreifen, ohne dass ein ungewollter Fehler in der Ansprache gleich zu einem Straftatbestand führt“, erläutert das Ministerium. Daher werden nun der Aufbau einer Kaskade angedacht, die in direktem Zusammenhang mit der Ermächtigung zur Gestaltung wildartenspezifischer Setz- und Brutzeiten steht. Denkbar sei dabei folgender Aufbau:

  • Erlegungszeitpunkt in der für die Wildart festgelegten Setz- und Brutzeit: Straftatbestand
  • Erlegungszeitpunkt außerhalb dieser Zeit: Elterntier führt erkennbar: Straftatbestand
  • Erlegungszeitpunkt außerhalb dieser Zeit: Elterntier führt nicht erkennbar: Ordnungswidrigkeit

Ähnliche Handhabung bei Schwarzwild

Im Zuge der Verordnungsermächtigung des Niedersächsischen Jagdgesetzes sei es möglich, dass wildartenspezifische Setz- und Brutzeiten festgelegt werden können. So würde man es beispielsweise auch bei Schwarzwild handhaben. Denn bei Wildschweinen kommt es zwar zu einer vermehrten Reproduktion von März bis Mai, allerdings sei das ganze Jahr über damit zu rechnen, dass Schwarzkittel frischen. „Es bleibt bei dieser Art daher bei einer wildbiologischen Aussage für das Ende des Elterntierschutzes: „Die Setzzeit von Schwarzwild dauert so lange, wie die Frischlinge der Bache Streifen tragen.“ Auch für andere Wildarten gilt es, dieses nun zu vervollständigen“, führt das Ministerium aus.

Stellungnahmen müssen noch ausgewertet werden

Man wolle nun am Ende der Verbändebeteiligung deren Stellungnahmen auswerten und dann ggf. den Gesetzesentwurf anpassen. Sollten die vorgeschlagenen Neuregelungen keine ausreichende Unterstützung finden, würde es jedoch bei der bestehenden Regelung bleiben.


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