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Abschuss angedacht

Weißstörche im Flug. Foto: M. Breuer © M. Breuer

Ein Flughafensprecher brachte die Befürchtungen der der Flugsicherheits-Verantwortlichen gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) auf den Punkt: "Ein Tier mit einer solchen Größe und Gewicht im Triebwerk einer Maschine kann katastrophale Folgen haben".
Die Stadt Hannover als zuständige Genehmigungsbehörde einer wie auch immer gearteten Vergrämungsmaßnahme will alle Möglichkeiten prüfen: "Es wäre verantwortungslos, sich mit diesen Konflikten nicht auseinanderzusetzen", lässt sich Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs im Internetauftritt der Landeshauptstadt zitieren. Gleichzeitig schränkt er jedoch ein: "Die Vorstellung einer regelrechten Bejagung von Störchen ist aber absurd."
Um welche Größenordnung geht es dabei? In der Region Hannover wurden nach NDR-Angaben in diesem Jahr 51 Brutpaare gezählt, 14 Horste befinden sich demnach im Sicherheitsbereich des Flughafens. Umweltdezernent Prof. Priebs wertet dies als "Erfolg für den Naturschutz", verkennt aber nicht das "erhöhte Vogelschlagrisiko für den Luftverkehr".
Presseberichten zufolge waren es oft Privatpersonen, die den Klapperschnäbeln zu einer Nistmöglichkeit verholfen haben. Experten sehen den Ansatzpunkt aber weniger in den Nistmöglichkeiten als in dem hervorragenden Nahrungsangebot, das der Flughafen uns sein Umfeld bieten. Hier will man ansetzen und eine gezielte "Lebensraumverschlechterung" betreiben, um Adebar vom Flugbetrieb fernzuhalten.
Für dieses Jahr hat sich das Problem ohnehin erledigt: Die meisten der Flughafenstörche haben nämlich ihrerseits Luft unter die Schwingen genommen und sind auf dem Weg in die Überwinterungsgebiete.
JMB