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Abgebrannte Hochsitze: Ehemaliger Jäger verurteilt

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Kathrin Führes
am
Dienstag, 17.11.2020 - 12:10
Feuerwehr-loescht-Hochsitz © Freiwillige Feuerwehr Flotwedel
Für zahlreiche Hochsitzbrände soll der Mann verantwortlich sein.

Im wieder brannten zwischen den Jahren 2016 und 2020 Hochsitze in Niedersachsen. Auch wurden wiederholt Wildkameras entwendet und Strohmieten angezündet. Die Bemühung der örtlichen Landwirte und Jäger, den Feuerteufel auf frischer Tat zu ertappen, blieben lange Zeit erfolglos. Erst Mitte Januar 2020 konnte im Zusammenhang mit einer brennenden Strohmiete ein Tatverdächtiger ermittelt werden.

Bei dem mutmaßlichen Täter handelte es sich um einen Ex-Polizisten und ehemaligen Jäger. Bei dem damals 54-jährigen Mann konnte zahlreich belastendes Beweismaterial sichergestellt werden. 29 Straftaten konnten dem Mann letztendlich zu Last gelegt werden, für die sich der ehemalige Jäger vor dem Landgericht Lüneburg verantworten musste.

Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und acht Monate Haft gefordert

Wie wir berichtet haben, gab der Angeklagte die Taten "in weiten Teilen" zu. Er verwies dabei auf sein Privatleben und dass er in "schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sei." Er würde zudem an Panikattacken und Depressionen leiden. Von der örtlichen Jägerschaft sei der ehemalige Jagdscheininhaber enttäuscht gewesen, gab ein Sprecher des Landgerichtes damals gegenüber der Redaktion an. Der ehemalige Polizist war zudem aus der aktiven Beamtenlaufbahn ausgeschieden und kriminell geworden. Das Amtsgericht Celle verurteilte ihn damals zweimal wegen Körperverletzung und einmal wegen Diebstahl.

Wie die "Celler Zeitung" berichtet, wurde der Angeklagte wegen "Brandstiftung, versuchter Brandstiftung, Diebstahls von Wildkameras in über 20 Fällen sowie Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz" vom Landgericht Lüneburg nun zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre und acht Monate Gefängnis gefordert.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Der Richter äußerte Unverständnis über die Tat: "Es ist schwer zu begreifen, was sich bei Ihnen in den letzten Jahren entwickelt hat." Der Mann habe eine ganze Region in Angst und Schrecken versetzt. Das Motiv sah das Gericht in einer Verärgerung über die örtliche Jägerschaft, die ihn nicht in "ihren Reihen" aufgenommen hatte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Angeklagte kann noch Rechtsmittel eingelegen.


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