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78 Waffen bei Durchsuchungen gefunden: Wilderer-Bande fliegt auf

Kathrin-Fuehres © Kathrin Führes
Kathrin Führes
am
Montag, 24.08.2020 - 16:50
Wilderer-Band-Jagd © Gressky Sergey
Die Männer sollen über 100 Tiere erlegt haben – dabei wilderten sie auch einige geschützte Arten.

Der Polizeiinspektion in Bad Ischl (Österreich) gelang ein wichtiger Schlag gegen Wilderer. Wie die Beamten berichten, konnten nach Hinweisen aus der Bevölkerung sieben Verdächtige ermittelt werden, die in Oberösterreich mehr als 100 Wildtiere gewildert haben sollen. Zunächst waren drei Männer im Alter von 19, 26 und 27 Jahren aus dem Bezirk Gmunden in den Fokus der Ermittler geraten. Rasch konnte der Verdacht auch auf einen 52-jährigen Mann ausgeweitet werden.

Ermittlungen brachten weitere Verdächtige zum Vorschein

Bei einer Fahrzeugkontrolle Anfang Juni 2020 wurde im Auto des 27-Jährigen eine Jagdwaffe, Munition sowie weitere Jagdausrüstung gefunden. Ein daraufhin erwirkter Durchsuchungsbeschluss für die Wohnsitzen der vier Hauptbeschuldigten brachte eine „umfangreiche Anzahl an Schusswaffen und Munition, Schalldämpfern, Jagdausrüstung, diverse Jagdtrophäen, eingefrorene Wildtiere sowie weitere ermittlungsrelevante Gegenstände“ zum Vorschein. Die Folgeermittlungen belasteten dann ebenfalls einen 45-jährigen Jäger, welcher den widerrechtlichen Abschuss von Rehwild und Füchsen für die Wilderer ermöglicht haben soll. Zudem fiel der Verdacht auf zwei 27-Jährige, ebenfalls Mitglieder der Wilderer-Bande zu sein. Auch bei diesen wurde eine große Anzahl an Schusswaffen, Munition sowie Jagdtrophäen und Wildbret bei einer Hausdurchsuchung aufgefunden.

Auch geschützte Wildtiere getötet

Insgesamt sollen die sieben Mitglieder der Bande mehr als 100 Wildtiere illegal erlegt haben. Ihnen wird der Abschuss von 26 Stück Rehwild, darunter 17 Böcke, sowie Fisch- und Seidenreihern, Bibern, Füchsen, Bussarden, Gänsesägern, Feldhasen, Fasanen, Mauswieseln, Bisamratten, Krähen, Tauben, Dohlen, Eichelhähern, Sperbern aber auch Eichhörnchen und einige anderen Tierarten vorgeworfen. Bis auf den 45-Jährigen, ist keiner der Beschuldigten im Besitz einer Jagderlaubnis.

Die Männer aus Gmunden hätten in den Nachtstunden bevorzugt aus dem Auto heraus dem Rehwild nachgestellt, dies dann zuhause zerwirkt und die Trophäen abgekocht. Das Wildbret teilten sie unter sich zum Eigenverzehr auf. Die sieben Männer hätten in „wechselweisem Zusammenwirken“ gewildert.

Große Anzahl an Waffen, Schalldämpfer und Munition sichergestellt

Bei den vermeintlichen Bandenmitgliedern konnte die Polizei insgesamt 78 Schusswaffen, mehrere tausend Schuss Munition, 31 Schalldämpfer, Nachtsichtgeräte und Wärmebildkameras sowie umfangreiches Material zur Herstellung von Munition sicherstellen. Die Polizei schätzt derzeit, dass ein Gesamtschaden in fünfstelliger Höhe entstanden sei.


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