5.000 Euro für Berufsjäger

Bei der Preisübergabe (v.r.): Stiftungsvorstand Erich Schmidt, BDB-Vorsitzender WM Bernd Bahr, Stiftungsvorstand Ulrich Prill, die Stiftungsräte Gerhart Zwirglmeier und Klaus Bick sowie Landesobmann Dr. Harald Kilias.


Die „Stiftung Wald, Wild und Flur in Europa“ der „Landesgruppe Deutschland im Orden der Silberne Bruch“ fördert seit 1991 waidgerechtes Jagen als einen wesentlichen Bestandteil europäischer Jagdkultur. Auf dem Konvent 2017 des Stifters in Bad Berleburg erhielt der Bundesverband Deutscher Berufsjäger (BDB) den 19. Stiftungspreis. Der BDB ist die Standesvertretung der rund 1.000 in Deutschland tätigen Berufsjägerinnen und Berufsjäger.

In der Laudatio fasste Ordensbruder Karl Gunter v. Kajdacsy die Verdienste des Preisträgers zusammen: „Der BDB setzt sich intensiv für waid- und tierschutzgerechtes Jagen und die Pflege der bürgerlichen Jagdkultur ein. Der Verband stellt sich erfolgreich den Herausforderungen der Gesellschaft und der Politik an die Jagd und den damit verbundenen neuen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Jäger. Er wirkt mit an neuen Konzepten einer zukunftsorientierten Ausbildung zum Revierjäger. Der BDB fördert zukunftsweisende Initiativen für den Einsatz von Berufsjägern zur Unterstützung von Hegegemeinschaften bei ihren vielfältigen Aufgaben. Damit leistet der BDB einen unverzichtbaren Dienst für die waidgerechte Jagd und die Jägerschaft in Deutschland.“

Entgegen der Befürchtung in manchen Landesjagdverbänden soll davon auch die private Jägerschaft profitieren. Durch die professionelle Koordination von Hegegemeinschaften zum Beispiel: "Dadurch, dass in Rheinland-Pfalz die Hegeschaften als Körperschaften Offentlichen Rechts eingerichtet wurden – möglichst mit einem Revierjäger als Geschäftsführer – hat sich der Gedanke entwickelt, den BDB als Preisträger zu bennenen", erklärt Stiftungsvorstand Ulrich Prill gegenüber jagderleben.de.

Das Preisgeld von 5000 Euro soll nach Angaben des Verbandes für neue Konzepte zur ergänzenden Ausbildung von Revierjägern, zur Beratung der Hegegemeinschaften und zur Weiterentwicklung seiner Idee von Wildtier-Kompetenzzentren verwendet werden. Was sich dahinter verbirgt, erläutert BDB-Geschäftsführer WM Hermann Wolff im Gespräch mit der Redaktion: "Wir wollen uns in Zukunft verstärkt ale Dienstleister für die private Jägerschaft, Behörden und Institutionen, aber auch im Naturschutz einbringen."
Erste Ansätze dazu gebe es bereits, zum Beispiel im Prädatorenmanagement mit der Falle in Naturschutzgebieten.
Dieses Ziel soll sich verstärkt auch in der Ausbildung des Nachwuchses widerspiegeln. "Es freut uns, dass es uns gelungen ist, zum 1. August 2017 einen neu geschaffenen Ausbildungsplatz beim Verband zu besetzen, in dessen Rahmen diese kommunikativen Elemente zusätzlich zu den klassischen Fächern Ausbildungsinhalt sein werden. Dafür können wir das Preisgeld gut gebrauchen", so der BDB-Geschäftsführer abschließend. 

Mit dem Preis-Scheck wurde zugleich auch die "Antaiosmedaille" übergeben: Sie symbolisiert in Anlehnung an die griechische Mythologie die Mahnung an uns Menschen, die Verbindung zur Natur nicht zu verlieren, um auch künftig bestehen zu können. In diesem Sinne wirkt der BDB seit seiner Gründung im Jahr 1919 und der Neugründung 1982.

Bisherige Preisträger waren in der jüngeren Vergangenheit unter anderem der "Verein Hirschmann", das "Forum Lebendige Jagdkultur" oder aber auch der "Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald". Über die Jahre hinweg summiert sich das von der Stiftung ausgeschüttete Preisgeld auf jetzt über 120.000 Euro. JMB

Das Berufsbild

Im folgenden Video-Clip klärt der BDB über die Ausbildung und die vielfältige Tätigkeit seiner Mitglieder auf:


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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