Home News 170 Murmeltiere in Ferienort erlegt – Tierschützer entrüstet

170 Murmeltiere in Ferienort erlegt – Tierschützer entrüstet

Die Murmeltiere in Zermatt dringen bis in Wohnungen vor und untergraben Häuser.


Im Zermatt (Schweiz) spricht man seit einiger Zeit von einer „Murmeltierplage“. Rund um den beliebten Ferienort gäbe es laut der Dienststelle Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis mittlerweile eine Überpopulation der kleinen Pflanzenfresser. Das Problem tritt besonders im Bereich von Bergbahnen und Wanderwegen auf. Auch die Landwirte leiden unter den vielen Murmeltieren. Vereinzelte Wiesen könnten wegen der Bauten nicht mehr bewirtschaftet werden.

Im September 2017 wurden zwei Bauern verurteilt, die Selbstjustiz übten und in Murmeltierbauten giftige „Feldmauspatronen“ steckten und die Ausgänge mit Erde zuschütteten, damit die Tiere nicht mehr entweichen konnten.

Sogar Häuser untergraben

Die Gemeindepräsidentin sagte gegenüber Schweizer Medien: „In gewissen Gegenden ist es akut. Die Murmeltiere gehen sogar vereinzelt in Wohnungen.“ Auch Häuser sollen untergraben worden sein.

Vergangene Woche wurden nun 170 Murmeltiere rund um Zermatt geschossen, berichtete der „Walliser Bote“. Da die Population so hoch sei, hätte man selbst „bis auf 100 Meter um bewohnte Gebäude“ jagen dürfen. Tierschützer in der Schweiz äußerten sich kritisch über den Abschuss. Denn Touristen würden die Murmeltiere gerne als Fotoobjekt nutzen. 


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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