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Das Mutter-Tochter-Gespann

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 11:24
zwei Frauen mit erlegtem Bock auf Wiese © gemeinsam Jagd erleben

Der Waldrand verläuft hier in einem Winkel und wir können die angrenzenden Weizen- und Roggenschläge gut überschauen. Die Flächen werden vom letzten Sonnenlicht angestrahlt, wir beobachten abwechselnd Waldkante und die gut einsehbaren Fahrspuren im Feld auf Wildbewegung. Plötzlich steht am entferntesten Feldrand eine Geiß auf, die dort offensichtlich gemütlich in der Nachmittagssonne im Bett saß. Unschlüssig tritt sie hin und her und äugt Richtung Waldrand. Es dauert keine fünf Minuten, als ein Bock herauszieht und zielstrebig in das Gewoge der Ähren abtaucht, so dass wir nur gelegentlich das Haupt mit dem ungeraden Sechsergehörn erkennen können. Das Fernglas am Auge beobachtet Sigrid fasziniert das Gebaren der Rehe, die fast hundert Meter von uns entfernt sind. Kurz vor der Geiß angekommen, scheint sich eine Störung bemerkbar zu machen, denn der Bock äugt mehrfach zurück zum Waldrand und scheint beunruhigt. Nun wird es ihm offensichtlich zu bunt - mit schnellen Sprüngen setzt er in einer Wagenspur, die das Fortkommen erleichtert, zurück bis zum Feldweg, wo er nach dem Austreten sekundenlang verhofft. Diesen Moment nutze ich und erlege den Bock mit sauberem Blattschuss (R93, Kal. .30-06, RWS Evolition Green 8,8 g, 136 gr). Der Bock liegt im Feuer und ich drehe mich zu meiner Tochter um, die fasziniert dem Geschehen zugeschaut hat. 'Waidmannsheil, Mama, der Bock liegt', strahlt sie mich an und gemeinsam treten wir nach einigen Warteminuten zu dem gestreckten Stück und reichen den letzten Bissen. Wie glücklich wir beide über dieses Jagderlebnis sind, zeigt sich deutlich in unseren Mienen.