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Maiken und Waltraud

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 11:09
zwei Frauen machen ein Selfie © gemeinsam Jagd erleben

Wir parkten gegen 19.00 Uhr etwa zehn Gehminuten von der Kanzel entfernt und gingen los. Das Wetter war herrlich, die Sonne schien noch und die Vögel zwitscherten. Als wir unserem Ziel näher kamen, das Gespräch einstellten und uns langsam und vorsichtig bewegten, wuchs die Spannung. Ich wusste ja nicht was mich erwartet. Das Herz fing an bis in den Hals zu klopfen. Leise pirschten wir durchs Dickicht und kletterten auf die Kanzel (aufbaumen wie ich jetzt weiß) und fast wäre ich noch vor Aufregung ausgerutscht. Leise setzen wir uns.

Siehe da, direkt vor uns im Raps hockte schon ein Waschbär, der an etwas knabberte. Er lies sich überhaupt nicht stören, im Gegenteil, er wirkte eher dickfellig. Man konnte den kleinen Panzerknacker gut beobachten. Mit Wallis Fernglas suchte ich den Raps ab, suchte nach Bewegung. Rechts in der Wiese hoppelte ein Hase und eine Kuh schien uns nicht aus dem Auge zu lassen.

Die Zeit verstrich, langsam kam die Dämmerung - und mit ihr zwei Bachen mit sechs Frischlingen. Es war grandios! Im Schweinsgalopp die Fahrrinne herunter durch den Raps. Die eine Bache hatte immer die Nase im Wind und schien das Leittier zu sein. Auch sie war es, die dem dort immer noch knusperndem Waschbären, mit schnauben zu verstehen geben wollte, dass er dort nun nicht mehr erwünscht sei und sich im wahrsten Sinne des Wortes 'vom Acker' machen solle. Ich hörte die Schweine grunzen und ab und zu verschwand die Leitbache im Raps und kam - schwupps ganz gelb - an einer anderen Stelle wieder hinaus. Sicher ein kleiner Kontrollgang. Mir fiel es schwer die ganze Zeit den Mund zu halten. Ich hatte so viele Fragen. Aber wir verständigten uns nur durch Blicke und leichtes Anstoßen. Etwa 20 Minuten konnten wir die kleine Gruppe ganz ungestört beobachten, bis sie auf ein Schnauben hin leider alle im Raps verschwanden. Am Wackeln des selben konnten wir erkennen, dass sie nun endgültig abzogen.

Als Bläserin bei der Jägerschaft Göttingen pflege ich zwar jagdliches Brauchtum und kenne auch einige Jäger, aber mit der Jagd an sich, hatte ich nie viel am Hut. Letztendlich hat mich der Zauber dieses Ansitzes gefangen und dieses spannende Abenteuer ist mir so im Kopf geblieben, dass ich nun überlege, selbst den Jagdschein zu machen.

Danke meine liebe Walli für den großartigen Abendansitz und hoffentlich gehen wir demnächst mal morgens raus!