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Klopfende Herzen und zitternde Knie

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 10:58
zwei Frauen mit zwei Jagdhunden © gemeinsam Jagd erleben

Gegen halb 8 brachen wir auf Richtung Revier. Lisa und ich hatten eine gute Anfahrt nach Westfalen und nachdem wir uns gestärkt hatten, ging es endlich los. Lisa erklärte mir, dass sie vorhatte, einen Bock zu schießen. Die Sonne stand noch zwischen den Bäumen, es war angenehm warm. Nachdem wir einen Platz gefunden hatten, an dem wir das Auto mit den Hunden abstellen konnten, bekam ich die Aufgabe, mit dem Fernglas ein Stück Wild zu sichten. Und tatsächlich! In ca. 200 Metern Entfernung konnte ich einen Bock erspähen! Der Plan war nun, unter Berücksichtigung der Windrichtung, langsam an den Bock ranzupirschen. Lisa würde sich dann einen Pfahl suchen, an dem sie die Waffe ablegen und anschließend schießen konnte. Doch der Bock hatte uns schnell gerochen und war im Dickicht verschwunden. Dann trat Plan B in Kraft, wir suchten uns einen Hochsitz an einer schönen großen Wiese. Das Wild ließ nicht lange auf sich warten, mehrere Böcke ästen auf der Wiese. Allerdings standen alle zu weit weg, Lisa wollte keinen leichtsinnigen Schuss riskieren. Also warteten wir und nahmen die Ruhe wahr und genossen den wundervollen Ausblick. Dann ging alles ganz schnell. Ein Bock wechselte die Seite, kam näher. Lisa setzte an, wir zählten in Ruhe bis 60, dann: Schuss. Bock lag! Lisa und ich kletterten vom Hochsitz herunter und überquerten die Wiese hin zum Bock. Erwiesen ihm die letzte Ehre und trugen ihn zum Auto. So leise, wie wir gekommen waren, verließen wir das Revier wieder. Noch mit etwas klopfendem Herzen und zitternden Knien realisierte ich langsam, was ich da gerade erlebt hatte. Es mag für manche Menschen vielleicht unbegreiflich erscheinen, doch diese Mischung von Natur und Idylle, zusammen mit dem Urinstinkt 'Jagd' faszinierte mich noch mehr denn je. Diesen Moment mit meiner Lisa verbringen zu dürfen, macht es zu einem unvergleichlichen Erlebnis. Den Jagdschein zu machen ist nun mehr denn je eins meiner Ziele. Mit ihm geht nicht nur eine große Verantwortung einher, sondern lernt man so unheimlich viel über die Natur und die Tiere. Ich bin bereit, mich dieser Herausforderung zu stellen! Mein Dank gilt Lisa und natürlich der Familie Klein, ohne die so ein tolles Erlebnis nicht möglich gewesen wäre!'