Schilddrüsenunterfunktion beim Hund – Welche Symptome gibt es?

Ein Vierläufer, der ständig müde ist und schläft, könnte an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. © NJ

Hat Ihr Hund seit Neuestem einen „traurigen“ Blick? Oder fallen ihm vielleicht unnatürlich viele Haare aus? Wird die Haut schuppig? Dann sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Denn ein derartig schlechter Allgemeinzustand ist meist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass etwas mit dem Stoffwechsel nicht stimmt.

Oft lautet die Diagnose dann „Hypothyreose“ – eine der häufigsten endokrinen Erkrankungen des Hundes. Die Vorsilbe „hypo-“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „unter“ beziehunsgweise „darunter“. Sie beschreibt Dinge unterhalb des Normalmaßes. Ein Organ mit Hypofunktion arbeitet nicht ausreichend, die Hypothyreose ist also eine Unterfunktion der Schilddrüsentätigkeit.

Die Schilddrüse befindet sich im unteren Halsbereich des Hundes. Von ihr werden die für den Körperstoffwechsel wichtigen Schilddrüsenhormone, überwiegend Thyroxin und zum kleinen Teil Trijodthyronin gebildet. Falls die Schilddrüse zu wenig von diesen Hormonen bildet und ins Blut abgibt, kann dies klinisch sichtbare Auswirkungen haben.

Große Hunderassen häufiger betroffen

Grundsätzlich können alle Hunde daran erkranken. Betroffen sind jedoch überwiegend mittelalte bis ältere Vierläufer. Neueren Untersuchungen zufolge beginnen die Veränderungen der Schilddrüse aber bereits deutlich früher, die Symptome sind dann aber weniger stark ausgeprägt und werden vom Tierhalter als solche noch nicht wahrgenommen. Mittelgroße bis große Hunde (besonders Golden Retriever, Labrador und Irish Setter) erkranken häufiger an der Hypothyreose. Eine Ausnahme bilden Teckel, die gleichfalls zu dieser Erkrankung neigen.

Es gibt keine typischen Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion. Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse läuft der Stoffwechsel des Körpers jedoch langsamer ab als normal. Eine zentrale Rolle spielen die Schilddrüsenhormone, die für den gesamten Stoffwechsel, die Aktivität des Nervensystems, die körperliche Entwicklung und das psychische Wohlbefinden unerlässlich sind. Weitere Anzeichen sind das erwähnte, schlechte Haarwachstum, Haarausfall und/oder brüchiges Fell. Durch Haarausfall an der Rute kommt es oft zum „Rattenschwanz“. An Kopf und Läufen bleibt das Fell meist unverändert. Die Haut kann sich dunkel verfärben oder neigt zu trockener oder öliger Schuppenbildung.

Betroffene Hunde bekommen manchmal, bedingt durch Wasseransammlungen, den sogenannten "traurigen" Blick (Symbolbild). © Soloviova Liudmyla - stock.adobe.com

Betroffene Hunde bekommen manchmal, bedingt durch Wasseransammlungen, den sogenannten "traurigen" Blick (Symbolbild).

Die Hunde mit dem "traurigen" Blick

Weiterhin werden Entzündungen des Gehörganges im Zusammenhang mit einer Hypothyreose beobachtet. Manche Hunde bekommen, bedingt durch Wasseransammlung (Ödem) im Bereich des Kopfes beziehungsweise der Augen, den sogenannten "traurigen Blick". Allgemeine Symptome wie Bewegungsunlust, Verfressenheit, Gewichtszunahme, Aufsuchen warmer Plätze beziehungsweise Wärmeintoleranz im Sommer sind häufig. Unregelmäßigkeiten bei der Läufigkeit, Gesäugeanbildung mit und ohne Milchproduktion werden bei Hündinnen relativ oft beobachtet.

 

Diagnose Schilddrüsenunterfunktion – Was dann?

Mittels Blutuntersuchung kann eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt werden. Dazu sind mindestens die Werte der Schilddrüsenhormone T4 und TSH erforderlich.

In 80 Prozent der Fälle ist der Cholesterinspiegel im Blut erhöht. Blutarmut zeigt sich bei etwa der Hälfte der Patienten. In selteneren Fällen kommt es zu Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems, gelegentlich verlangsamt sich die Herzfrequenz und bestimmte Rhythmusstörungen treten auf.

Durch eine Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob der Hund an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet (Symbolbild). © daniele russo - stock.adobe.com

Durch eine Blutuntersuchung lässt sich feststellen, ob der Hund an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet (Symbolbild).

Bestätigen die Untersuchungsergebnisse die Diagnose Hypothyreose, ist eine Behandlung relativ einfach. Es stehen entsprechende Medikamente mit Schilddrüsenhormon zum Eingeben zur Verfügung. Innerhalb einer Woche sind meistens die ersten Therapieerfolge sichtbar. Die Veränderungen beispielsweise im Bereich der Haut und des Haarkleids verbessern sich unter der Behandlung allerdings oft erst nach Monaten. Das Medikament hilft bei regelmäßiger Eingabe in den meisten Fällen lebenslang.

Die erste Hormonkontrolle erfolgt meist vier Wochen nach Beginn der Therapie. Später dienen etwa im Abstand von vier bis sechs Monaten durchgeführte Kontrollen mit Hormonuntersuchung dazu, die Behandlung so effektiv und schonend wie möglich für den Hund sicherzustellen.