Klare Signale an Schwarzzüchter

Die Teilnehmer der Versammlung hatten ein umfangreiches Programm zu bewältigen.


Mitte März fanden der jährliche Verbandstag und die Hauptversammlung des Jagdgebrauchshundeverbandes (JGHV) wieder im hessischen Fulda statt. JGHV-Präsident Werner Horstkötter konnte neben den Delegierten u.a. auch DJV-Präsident Fischer und Vizepräsident Dr. Hallermann begrüßen. Letzter ging in seinem Grußwort vor allem auf die Vereinheitlichung der Brauchbarkeitsprüfung auf Länderebene ein. Ein „dickes Brett“, wie es scheint. Der DJV jedenfalls hat bis dato keine bundeseinheitliche Lösung anzubieten. Ein Umstand, den ausnahmsweise nicht alleine die Föderalismusreform verschuldet hat.

Peter Wingerath, Vorsitzender der Jagdkynologischen Vereinigung in Nordrhein-Westfalen (JKV NRW), informierte über den Stand zum Entenmonitoring in NRW. Nach wie vor bestehe die Hoffnung, dass es auf Basis sachlicher Diskussion und Überzeugungsarbeit gelingt, in diesem Bundesland die Arbeit mit der vorübergehend flugunfähigen Ente nach Prof. Müller wieder möglich zu machen. Die JKV stehe mit Politik und Verwaltung weiter im Gespräch.

Einen besonders breiten Raum nahmen in diesem Jahr die Anträge zur VZPO, VGPO und VPSO ein. Alle drei Prüfungsordnungen laufen aus. Dem Antrag eines Mitgliedsvereins auf Verlängerung der Verbandszuchtprüfungsordnung (VZPO) wurde eine klare Absage erteilt. Mit überwältigender Mehrheit wurde hingegen der Antrag des Vereins Deutsch Drahthaar angenommen, in Zukunft (die neue Prüfungsordnung gilt erst ab 01.01.2018) wieder ein Einwirken bei Fehlverhalten in den Bringfächern auf der HZP zuzulassen. Während auf der VGP nach wie vor ein Einwirken beim Bringen untersagt ist, wurde so dem Charakter der HZP als Anlageprüfung deutlich Rechnung getragen.

Des Weiteren wurden im Antrag des JGHV-Präsidiums tiefgreifende Änderungen bei der Beurteilung des Wesens vorgenommen. Was bisher nur oberflächlich und vage niedergeschrieben war, ist in diesem Bereich einer detaillierten Formulierung gewichen. Die Verbandsrichter müssen in Zukunft das Wesen der geprüften Hunde in den drei Bereichen Ruhe, Selbstbewusstsein und Sozialverhalten mit vorgegebenen Beschreibungen charakterisieren. Den einzelnen Zuchtvereinen ist es natürlich freigestellt, wie sie mit den so erfassten Informationen umgehen und welche Konsequenzen sie daraus ziehen.

Klare Signale an Schwarzzüchter in den Reihen der JGHV-Verbandsrichter entsandte der hierzu formulierte Antrag des JGHV-Präsidiums. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, steht jetzt schwarz auf weiß: Betätigt sich ein Verbandsrichter als Schwarzzüchter, kann dieser durch Antrag des betroffenen Zuchtvereins seine Richtereigenschaft dauerhaft verlieren.