Jagdhunde: Neue Brauchbarkeitsprüfung


Zum "Redaktions-Team" der neuen Prüfungsordnung zählten die Bezirksobleute für Jagdhunde Dominik Dast, Klaus Hörmann, Stefan Rahner und Karl Walch, sowie Dieter Henning (LJV-Präsidium), Wilfried Schlecht (Jagdkynologische Vereinigung Baden-Württemberg e.V.) und Dr. Christina Jehle (LJV)

Die Beteiligten haben sich nach eigener Aussage intensiv mit den Inhalten der BrPO auseinandergesetzt und haben bei der Überarbeitung Wert darauf gelegt, die Anforderungen und Formulierungen in sinnvollen Bereichen mit denen der Verbandsprüfungen des JGHV abzugleichen, um das einheitliche Richten zu vereinfachen.

Zulassungsbedingungen für Hund und Führer

Auch die Zulassungsbedingungen für Hund und Führer wurden präzisiert. Bei der Überarbeitung wurden Anregungen von Hundeobleuten und Teilnehmern der Fortbildungsveranstaltungen der letzten Jahre miteinbezogen und viele Punkte realisiert. Nach der Vorstellung des Entwurfes bei der Kynologischen Arbeitstagung und im LJV-Präsidium im September 2016, sowie nach Abstimmung mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, wurde die neue Brauchbarkeitsprüfungsordnung Anfang 2017 vom LJV-Präsidium verabschiedet. Seit 1. April 2017 ist sie nun in Kraft.

Brauchbarkeit im Baukastenprinzip

Für die „Brauchbarkeit“ wurden einzelne in Module definiert, die im „Baukastenprinzip“ absolviert werden können:

1.1 Brauchbarkeit ausschließlich für Nachsuchen im Schalenwildrevie
1.2 Erweiterte Brauchbarkeit Feld und Wald (nach dem Schuss)
1.3 Erweiterte Brauchbarkeit Wasser
1.4 Brauchbarkeit für Nachsuchen unter erschwerten Bedingungen
1.5 Brauchbarkeit für die Bewegungsjagd
1.6 Brauchbarkeit für die Baujagd

Katalog der Zulassungsbedingungen

Brauchbarkeitsprüfungen werden von den Untergliederungen der anerkannten Vereinigungen der Jäger in Baden-Württemberg und des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV) mit Sitz in Baden-Württemberg vorbereitet und durchgeführt. Die Zulassungsbedingungen wurden in einem sieben Punkte umfassenden Katalog exact definiert

Das Mindestalter beträgt für die Teilnahme an der Brauchbarkeitsprüfung in der Regel zwölf Monate. Für die Teilnahme an der Brauchbarkeitsprüfung gemäß 1.4 zwei Jahre. Der Führer muss im Besitz eines gültigen Jagdscheines und Mitglied in einer Untergliederung einer anerkannten Vereinigung der Jäger oder eines Mitgliedsvereins des Jagdgebrauchshundverbandes sein.

Über Ausnahmen entscheidet der zuständige Kreisjägermeister unter Mitwirkung des Hundeobmanns.

Bewertungssystem für Jagdhunde

Eine Bewertung nach Noten ist nicht vorgesehen. Der Hund muss in jedem Prüfungsfach mindestens eine genügende Leistung im Sinne der VGPO/VPSO erbringen.

Die Entscheidung der Richter wird mit Stimmenmehrheit getroffen und lautet „Bestanden“ oder „Nicht bestanden“.

Die neue BrPO und deren Umsetzung in die Praxis wurde in den letzten Wochen bei vier Veranstaltungen über 200 Hundeobleuten, Prüfungsleitern und Verbandsrichtern mit sehr guter Resonanz vorgestellt. Dr. C. Jehle

Im Detail wird die neue Brauchbarkeitsprüfungs-Ordnung für Baden-Württemberg in der Ausgabe 06/2017 von "Der Jagdgebrauchshund" beschrieben und erläutert.


Karl Walch Leiter einer privaten Forstverwaltung, Chefredakteur „Der Jagdgebrauchshund“, Präsident des Jagdgebrauchshundverbandes (JGHV), seit 1984 DL-Züchter (Zwinger „Solojäger’s ...“)
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