Home Landesjägertag: Vocke sitzt es erfolgreich aus

Landesjägertag: Vocke sitzt es erfolgreich aus

Offenbar zufrieden: BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke © Martin Weber

Offenbar zufrieden: BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke beim Landesjägertag


In seinem Jahresbericht während der Landesversammlung in Passau zeigte sich BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke von der Kritik an ihm und am Zustand des Verbandes weitgehend unbeeindruckt. Indirekt verwies er darauf, dass während seiner Präsidentschaft Werte geschaffen worden seien. So besitze der Verband derzeit Liegenschaften mit einem Verkehrswert von rund fünf Millionen Euro.

Auf Presseveröffentlichungen im Zusammenhang mit der finanziellen Situation des BJV im Vorfeld des Landesjägertages ging er nur insofern ein, dass er sagte, nicht darauf eingehen zu wollen.

Koalitionsregierung belebt den Dialog

Koalitionspartner: Hubert Aiwanger und MIchaela Kaniber © Martin Weber

Koalitionspartner: Hubert Aiwanger und Michaela Kaniber sprachen beim Landesjägertag viel beachtete Grußworte.


Die hohe Politik war prominent vertreten und zollte dem Verband in diversen Grußworten Respekt.

Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) kündigte an, dass die Umsetzung der EU-Feuerwaffenrechtslinie 1:1 erfolgen werde, also ohne, dass etwas draufgesattelt würde. Eine Begrenzung der Anzahl der Langwaffen wird es dabei nicht geben.

Bayerns stellvertretender Ministerpräsident Hubert Aiwanger wünschte sich vom Landesjägertag ein Signal der Einigkeit zwischen Jagd - Forst - Landwirtschaft: „Wir müssen zusammenfinden, ob wir wollen oder nicht“.

Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber lobte in ihrem Grußwort die herausragende Rolle der Jägerschaft bei den Debatten am runden Tisch für die Umsetzung des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“. Gleichzeitig würdigte sie die Leistungen des Jagdverbandes in seiner 70. Jährigem Geschichte. Prof. Jürgen Vocke gratulierte sie zu 25 Jahren Präsidentschaft und dem Willen, für einen geordneten Übergang auf einem geeigneten Nachfolger zu sorgen.

Beim Thema Wolf forderte sie eine schärfere Gangart und nahm dabei auch die Freien Wähler in die Pflicht: „Hubert, wir müssen gemeinsam nach Brüssel fahren, um den Schutzstatus zu senken“.

Schatzmeisterin klärt auf

Landesschatzmeisterin Mechthild Maurer © Martin Weber

Landesschatzmeisterin Mechthild Maurer überzeugte in der Landesversammlung


Wer gedacht hatte, dass sich am Bericht der Landesschatzmeisterin eine Debatte über die Finanzen des Verbandes anschließen würde, hatte sich getäuscht. Sie hatte in der Schatzmeistertagung offenbar überzeugen können.

In ihrem Tätigkeitsbericht vor den Delegierten stellte Mechthild Maurer noch einmal klar, dass es einen Jahresabschluss für 2018 gebe, dieser allerdings auf ihre Initiative hin von einem externen Wirtschaftsprüfer durchleuchtet werde, um sicher zu sein, dass auf dieser Basis ein neuer Weg eingeschlagen werden kann. Für 2019 stellte sie einen Haushalt vor, dem ein transparenteres Bilanzierungssystem als bisher als Basis dient.

Die Delegierten nahmen der Schatzmeisterin den Willen zur Transparenz und der Reform des Finanzsystems weitgehend ab und genehmigten den Haushaltsentwurf mit großer Mehrheit.

Strukturwandel angestrebt

Für den angestrebten Wandel steht auch die Arbeit der seit einem Jahr tätigen Grundsatzkommission, für die Hartwig Görtler den ersten Jahresbericht vorlegte. Im Kern geht es darum, den BJV neu aufzustellen. Neustrukturierung und Digitalisierung lauten hier die Schlagworte. Für diesen Weg hat die Kommission ein einstimmiges Mandat für ein weiteres Jahr erhalten.

Dass dieser Prozess nicht ohne einen personellen Wandel sowohl in den Reihen der gewählten Verbandsvertreter als auch in der Geschäftsstelle durchgeführt werden kann, wurde zwar nicht offen bei der Landesversammlung angesprochen, auf den Gängen jedoch eifrig diskutiert.

Josef-Markus Bloch


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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