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Jagdausflug mit bleibenden Impressionen

Gemeinsam Jagd erleben - Autor
am
Donnerstag, 01.01.2015 - 11:16
Blick auf ein Feld © gemeinsam Jagd erleben

Als dann Mitte Juni der Anruf kam, er gehe abends zur Jagd, musste ich nicht lange überlegen und habe sofort zugesagt. Also hieß es: Zeug packen, auf zum Treffpunkt und ab ins Jagdrevier. Schon während der Anfahrt wurden mir die örtlichen Begebenheiten wie Reviergrenzen, Wald- und Freiflächen, aber auch Auffälligkeiten in den Feldern und Wassergräben ausführlich beschrieben. Nachdem das Auto dann am Feldweg abgestellt war, ich ein Fernglas um den Hals hatte und René alles andere, was ein Jäger so braucht, bei sich trug, ging es zwischen den Rapsfeldern durch zum Hochsitz. Auf dem Weg dorthin wurden mir eine Vielzahl von Spuren in den Feldern, Wildwechsel und Suhlen in den vorher beschriebenen Wassergräben gezeigt und ich konnte mir langsam ein Bild von der Aktivität der Wildschweine machen. Als wir uns dann wenig später im Hochsitz mit Blick auf Mahlbaum eingerichtet hatten, vernahmen wir dann auch schon ein leises Knacken und Rascheln im Gestrüpp direkt neben uns. Sehr überrascht entdeckten wir mehrere hellbraune Rücken, welche eindeutig Frischlingen zuzuordnen waren und auch eine Bache konnten wir erspähen. Nach kurzer Zeit machte sich die Rotte über einige Umwege auf den Weg zum Mahlbaum und zeigte sich in voller Pracht - drei Bachen und sechs oder sieben Frischlinge konnte ich beobachten. Nachdem sich die Bachen ausgiebig am Mahlbaum gescheuert hatten, verschwand die Rotte dann sehr schnell im anschließenden Waldgebiet. Wenige Minuten danach sahen wir eine Füchsin, die entlang eines etwas weiter entfernten, stillgelegten Bahndamms lief. Als René mit einem leisen Zungenschnalzer die Aufmerksamkeit der Fähe erregte, war ich sehr erstaunt über das empfindliche Gehör der Füchsin, die sofort Inne hielt und zu uns im Hochsitz blickte, sich dann aber unbehelligt weiterbewegte. Da sich bis nach der Abenddämmerung kein Tier mehr gezeigt hat, machten wir uns auf den Rückweg zum Auto, wo wir dann noch einen Blick auf Reh beim Wechseln über den Feldweg erhaschen konnten. Summa summarum hatte ich einen sehr einprägsamen Abend, der mir lange in Erinnerung bleiben wird. Denn obwohl ich in einer sehr ländlichen Gegend aufgewachsen bin, ergab sich für mich nie die Gelegenheit, solch tiefe Einblicke in das Verhalten von verschiedenen Wildtieren in freier Natur zu erlangen. Aber auch das ausdauernde und aufmerksame Beobachten der Umwelt, sowie das Nachverfolgen der Wildbewegungen anhand von sich bewegenden Gräsern, Ästen oder Baumwipfeln hat mir sehr viel Spaß gemacht und bleibende Eindrücke hinterlassen. Gast: Stefan, Jäger: René